Auf dem Weltmarkt zu Hause: Deutschland im Welthandel

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Fahrzeuge, Maschinen und chemische Produkte sind die Exportschlager deutscher Unternehmen. Produkte „Made in Germany“ haben weltweit einen guten Ruf. Die deutsche Volkswirtschaft ist wie kaum eine andere vom Export abhängig. Auch der Import von Waren und Dienstleistungen ist für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung. Damit deutsche Unternehmen auch in Zukunft vom Welthandel profitieren können, setzt sich die deutsche Industrie für weltweit offene Märkte und eine Weiterentwicklung des weltweiten Handelssystems ein.

Deutschland ist wie kein anderes Land mit der Welt vernetzt. Der Außenhandel ist eines der wichtigsten Fundamente für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Etwa jeder vierte Arbeitsplatz ist vom Export abhängig.

Die hohe Abhängigkeit von der Weltkonjunktur führte in der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise zwar zu einem besonders starken Einbruch des Wirtschaftswachstums (2009: -5,6 Prozent). Die schnelle Erholung der Schwellen- und Entwicklungsländer und die kräftige Nachfrage gerade aus China sorgten jedoch auch dafür, dass Deutschland im Vergleich zu den meisten anderen EU-Mitgliedern bereits seit 2010 wieder positive Wachstumsraten verzeichnet (zuletzt 2015: 1,4 Prozent).

 

Deutsche Ausfuhren nach Regionen: EU-Länder mit insgesamt 58,1 Prozent wichtigste Lieferanten

Warenausfuhren 2015 (Insgesamt Waren im Wert von 1 195,8 Mrd. Euro)

USA sind wichtigster Kunde deutscher Exporteure

Fünf wichtigste Exportdestinationen 2015 (Warenexporte in Mrd. Euro)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Außenhandel. Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschlan 2015, 18. März 2015 (eingesehen am 23.05.2016)

Die Außenhandelsquote – das Verhältnis von Waren- und Dienstleistungshandel zum BIP – unterstreicht die Bedeutung des Handels für Deutschland. Sie ist seit dem Jahr 1991 von 48 Prozent auf 86 Prozent im Jahr 2015 angestiegen. 2015 wurden Waren im Wert von über 1,2 Billionen Euro aus Deutschland ausgeführt. Die deutsche Exportquote – das Verhältnis von Waren- und Dienstleistungsexporten zum BIP – lag 2015 bei 46,9 Prozent. Annähernd zwei Drittel der deutschen Warenexporte (58,1 Prozent) gingen 2015 in die Länder der Europäischen Union. Das zeigt, wie wichtig dieser Heimatmarkt weiterhin für Deutschland ist.

Deutsche Einfuhren nach Regionen: EU-Länder mit insgesamt 65,6 Prozent wichtigste Lieferanten

Wareneinfuhren 2015 (Insgesamt Waren im Wert von 948,1 Mrd. Euro)

China wichtigster Lieferant für Deutschland

Fünf wichtigste Herkunftsländer von Einfuhren 2015 (Warenimporte in Mrd. Euro)

Quelle: Statistisches Bundesamt, Außenhandel. Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschlan 2015, 18. März 2015 (eingesehen am 23.05.2016)

Auch Einfuhren sind wichtig für Deutschland: Die Importquote 2015 – das Verhältnis von Importen zum BIP – beträgt 39,1 Prozent. Somit ist Deutschland sowohl eine der exportstärksten Volkswirtschaften weltweit als auch der größte Importeur Europas. Auch bei den Einfuhren sind annähernd zwei Drittel (56,6 Prozent) den Ländern der EU zuzuschreiben.

Deutschland exportiert mehr als es verbraucht. Seit Jahren verzeichnet das Land einen der höchsten Handelsbilanzüberschüsse (Waren und Dienstleistungen) weltweit (Rang 2). Der Überschuss der exportierten Waren lag 2015 bei 247,8 Milliarden Euro – das sind 7,7 Prozent des BIP. Gegenüber den 28 EU-Mitgliedstaaten betrug er 72,3 Milliarden Euro, wovon 8,5 Milliarden Euro auf die Eurozone entfielen. Den höchsten Überschuss verzeichnete Deutschland gegenüber den USA (54,6 Milliarden Euro).

Durch den Außenhandel ist die EU besonders wichtig für Deutschland. Unter den zehn wichtigsten Handelspartnern Deutschlands im Warenhandel finden sich nur drei Länder außerhalb dieses Wirtschaftsraums: die USA, China und die Schweiz. Als einzelnes Land haben aber die Vereinigten Staaten 2015 die meisten Waren aus Deutschland gekauft (114 Milliarden Euro oder 9,5 Prozent der gesamten Exporte). Zweitwichtigster Exportmarkt war das Nachbarland Frankreich (113,9 Milliarden Euro beziehungsweise 8,6 Prozent). Auf der Importseite ist der wichtigste Partner für Deutschland die Volksrepublik China (91,5 Milliarden Euro beziehungsweise 9,7 Prozent). Auf Platz zwei liegen die Niederlande (88,1 Milliarden Euro beziehungsweise 9,3 Prozent).

Deutsche Exporte: Fahrzeuge, Maschinen und Elektrotechnik

Ausfuhren aus Deutschland nach Produktgruppe (Prozent an den Gesamtausfuhren 2015)

Mehr als die Hälfte aller deutschen Exporte entfällt auf Fahrzeuge, Maschinen und Elektrotechnik. Da sich die deutsche Industrie auf die Produktion von Investitionsgütern spezialisiert hat, konnte sie in der Vergangenheit überdurchschnittlich von der starken Investitionstätigkeit in den mittel- und osteuropäischen Staaten sowie in den asiatischen Schwellenländern, allen voran in China, profitieren. Importiert werden vor allem Elektrotechnik, Fahrzeuge, Energie und Rohstoffe.

 

Deutsche Importe: Elektrotechnik, Fahrzeuge, Energie und Rohstoffe

Einfuhren nach Deutschland nach Produktgruppe (Prozent an den Gesamteinfuhren 2015)

Die außenwirtschaftliche Orientierung der deutschen Wirtschaft ist eine Folge der ökonomischen Vorteile des Standortes Deutschland. Deutschland hat ein hohes Fachkräftepotenzial, große Innovationskraft und eine hoch entwickelte Infrastruktur. Durch die Verringerung von Handels- und Informationskosten sowie durch die Liberalisierung des Welthandels in den letzten Jahrzehnten können deutsche Unternehmen ihre Fähigkeiten besser dem Weltmarkt zur Verfügung stellen. Entsprechend exportiert Deutschland viele verarbeitete Güter wie Automobile, Elektroprodukte, Chemikalien und Maschinen. Eingeführt werden hauptsächlich Vorprodukte und Rohstoffe, die zur Produktion notwendig sind.