Cybersicherheit bildet das Rückgrat der Digitalisierung

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Sicherheit und Vertrauen sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg der digitalen Transformation. Aktuelle Umfragen geben jedoch Anlass zur Sorge: In der Industrie wurden in den letzten zwei Jahren 69 Prozent der Unternehmen Opfer von IT-Angriffen. Komplexe Cyberangriffe gehören im industriellen Umfeld mittlerweile zu den größten Bedrohungen. Die Schäden gehen in die Milliarden.

Chancen der Digitalisierung

Das Potenzial der Digitalisierung ist nahezu unbegrenzt. Eine vom BDI in Auftrag gegebene Studie zeigt: Bis zum Jahr 2025 kann Europa bis zu 1,25 Billionen Euro zusätzliche industrielle Wertschöpfung erzielen. Doch den enormen Potenzialen stehen auch große Herausforderungen gegenüber. Insbesondere die Cybersicherheit stellt das Rückgrat für eine erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft dar. 

Heutzutage laufen viele Prozessschritte in der Industrie vollständig automatisiert ab. Neu ist dabei die digitale Vernetzung der Maschinen. Das bedeutet, Maschinen und Produkte kommunizieren miteinander und die Flexibilität der Produktion nimmt erheblich zu. Beispielsweise teilen Werkstücke selbstständig ihre Eigenschaften mit, bspw. ob sie rot, grün oder blau lackiert werden müssen. So können einzigartige Produkte kostengünstig hergestellt werden. Die digitale Vernetzung ist daher ein wichtiger Faktor für die Produktivität und das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland. 

Sicherheitsrisiko durch IT-Angriffe

Die rasante und umfassenderen Vernetzung birgt auch Risiken. Kriminelle machen es sich zu Nutze, dass Industriemaschinen oder einfache Gebrauchsgegenstände, wie Fernseher, WLAN-Kameras oder Zahnbürsten zunehmend Software gesteuert sind und mit dem Internet kommunizieren. Hacker kapern diese Geräte und steuern damit sogenannte Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacken. Die Angriffsziele, bspw. Server oder Homepages, werden dabei mit einer Vielzahl an Anfragen überlastet, bis die Systeme den Dienst einstellen.

Industrieunternehmen sind zudem häufig Opfer von gezielten und komplexeren Angriffen. Die Angreifer suchen dabei häufig einen dauerhaften Zugang, um Daten zu stehlen, zu verändern oder zu zerstören. Diese Angriffe benötigen einen hohen Ressourceneinsatz und erhebliche technische Fähigkeiten. Die Angreifer sind nicht nur kriminelle Hacker sondern häufig auch staatliche Agenturen. Die Schäden gehen in die Milliarden. Für die deutsche Wirtschaft belaufen sie sich auf schätzungsweise 1,6 Prozent des BIP.

Die Industrie übernimmt Verantwortung

Die deutsche Industrie investiert in die Sicherheit der Digitalisierung. Der Branchenverband bitkom prognostiziert das Wachstum der Umsätze für Sicherheitssoftware und -Services auf jährlich über sechs Prozent, d.h. auf mehr als dreieinhalb Milliarden Euro in Deutschland. Doch Sicherheit lässt sich nur durch Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft erreichen. So sind in der Allianz für Cyber-Sicherheit mittlerweile über 2.000 Unternehmen aktiv. Institutionen, wie die Deutsche Organisation für Cyber Sicherheit (DCSO) oder die Europäischen Cybersicherheitsorganisation (ECSO), die bis 2020 über 1,8 Milliarden Euro für europäische Cybersicherheitsforschung mobilisiert, sind gute Beispiel für das gewachsene Interesse an der Thematik