Cybersicherheit ist nur im internationalen Zusammenspiel möglich

Im Zeitalter von Industrie 4.0 werden Datenströme noch mehr zum zentralen Produktionsfaktor. Hackerangriffe nehmen weltweit zu und richten immer größeren Schaden an. Politische Gegenmaßnahmen sind notwendig und müssen international abgestimmt sein. Die USA sind der wichtigste Akteur für die weltweite Cybersicherheit.

Hackerangriffe richten immer größeren Schaden an

Aufgrund der globalen Vernetzung machen die Angriffe auf Informationstechnologien genauso wenig an Ländergrenzen halt wie der Datentransfer im Internet. In den letzten fünf Jahren haben die Angriffe weltweit um den Faktor sechs zugenommen, von 10 Millionen auf knapp 60 Millionen pro Jahr. Die Bedrohungen und Herausforderungen sind dabei sehr unterschiedlich. So kapern Hacker etwa Gebrauchsgegenstände wie Webcams oder Router und steuern damit Denial of Service-Attacken (DDos, „Verweigerung des Dienstes“). Industrieunternehmen sind hingegen häufig Opfer von gezielten, planmäßigen und komplexeren Angriffen. Die Angreifer suchen einen dauerhaften Zugang in die IT-Infrastruktur eines Unternehmens, um Daten zu stehlen, zu verändern oder zu zerstören. Dabei können sie großen Schaden anrichten. Die durchschnittlichen Wiederherstellungskosten pro Angriff liegen bei großen Konzernen bei rund 800.000 Euro.

Abwehrstrategien müssen international abgestimmt sein

Sicherheit in der digital vernetzten Welt ist nur durch Kooperation möglich. Ein wirksamer Schutz vor Cyberangriffen erfordert, dass Gegenmaßnahmen im internationalen Kontext entwickelt werden. Die deutsche G20-Präsidentschaft 2017 wird dieses Thema zum ersten Mal auf die Agenda nehmen. Auch die Wirtschaft wird im Business 20 (B20) Prozess Stellung beziehen. Denn bei der Cybersicherheit gilt: Das Schutzniveau ist insgesamt nur so stark wie das schwächste Glied der Kette.

Notwendig ist daher ein weltweit offener Markt für Cybersicherheitsprodukte und -dienste. Bilaterale und internationale Handelsabkommen müssen internationale Sicherheitsanforderungen und -standards harmonisieren. Im Bereich der Strafverfolgung bedarf es Rechtshilfeabkommen, die eine zeitnahe Rechtsdurchsetzung im digitalen Raum ermöglichen. Außerdem sollten gemeinsame internationale Maßstäbe für den staatlichen Zugriff auf Kommunikations- und Informationsstrukturen entwickelt werden. Bilaterale Absichtserklärungen zur Ächtung der Wirtschaftsspionage gilt es zudem zügig zu konkretisieren.

Die USA und die EU sind wichtige Akteure auf der internationalen Bühne

In der digitalen Wirtschaft sind die USA weltweite Spitze. Die innovativsten und umsatzstärksten IT-Unternehmen der Welt haben dort ihren Sitz. Diese besondere Stellung hat Einfluss auf die cybersicherheitspolitische Verantwortung der USA. Deutschland und die EU müssen gemeinsam mit der USA in bilateralen und multilateralen Abkommen ein Bekenntnis zu einem verlässlichen Cybersicherheitsregime geben. Die Unterminierung der NATO wäre ein falsches Signal.