Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage

Grillo bei den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen 2015

BDI-Präsident Ulrich Grillo spricht bei den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen 2015.

In den bilateralen Beziehungen beider Länder haben sich die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage (DBWT) zur wichtigsten Wirtschaftskonferenz entwickelt. Sie wird seit über 30 Jahren vom BDI und seinem brasilianischen Partnerverband CNI jährlich alternierend in Deutschland und Brasilien organisiert.

Die Konferenz wird von den Präsidenten der beiden industriellen Spitzenverbände geleitet. Jährlich nehmen jeweils mehrere hundert Vertreter aus Wirtschaft und Politik teil. Die Konferenz bietet eine Plattform für den Austausch über Kooperationschancen und die Verbesserung von Rahmenbedingungen.

Bestandteil der DBWT ist die Sitzung der Deutsch-Brasilianischen Gemischten Kommission für Wirtschaftliche Zusammenarbeit. Diese aus Regierungsvertretern beider Länder sowie Vertretern von Unternehmen und Verbänden bestehende Kommission gehört zu den ältesten Wirtschaftskommissionen der Bundesregierung. Sie befasst sich mit der strategischen Ausrichtung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und gibt Unternehmen die Möglichkeit, bestehende Schwierigkeiten in den Wirtschaftsbeziehungen anzusprechen, mit dem Ziel, diese auszuräumen.


33. Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage vom 20. bis 22. September 2015 in Joinville

Unter dem Motto „Zusammenarbeit überwindet Herausforderung“ hat die diesjährige Konferenz im Bundesstaat Santa Catarina im Süden Brasiliens stattgefunden. Die Wahl des Mottos und die Teilnehmerzahl von ca. 1.200  Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zeigten, dass beide Länder trotz gegenwärtiger Schwierigkeiten interessiert sind, die Zusammenarbeit weiter auszubauen.

In seiner Eröffnungsansprache appellierte BDI Präsident Grillo an die brasilianische Seite, die Bedingungen für industrielle Produktion im Land zu verbessern und Strukturreformen durchzuführen. „Brasilien hat in der Vergangenheit zu stark auf den Rohstoffsektor gesetzt und die Entwicklung der eigenen Industrien vernachlässigt.“ Gleichzeitig machte Grillo aber deutlich, dass die deutsche Industrie großes Potenzial für einen Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sieht: „Auch wenn die Situation im Moment schwierig ist, die deutsche Industrie hat Vertrauen in das Potenzial Brasiliens.“

Neben einem Panel zu handels- und wirtschaftspolitischen Fragen wurden in mehreren Foren aktuelle Felder der wirtschaftlichen Zusammenarbeit erörtert. Hierzu gehörten Innovationskooperation, Bioökonomie, Digitalisierung der Wirtschaft, Herausforderungen für Städte, Mobilität, Gesundheitswirtschaft sowie Energie und Infrastruktur.

Die im Rahmen der Konferenz organisierten ca. 150 Match-Making-Treffen zwischen brasilianischen und deutschen Unternehmen zeigten das nach wie vor große Interesse auch mittelständischer Firmen an der bilateralen Wirtschaftskooperation. Zu den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen waren Delegationen aus Thüringen, Berlin und Köln angereist. Während der Veranstaltung wurden mehrere Memoranda of Understanding (MoU) unterzeichnet sowohl zur Zusammenarbeit zwischen einzelnen Bundesstaaten in den Feldern Wirtschaft und Innovation als auch zu konkreten Projekten z. B. im Bereich Biomasse.

Im Kontext der Wirtschaftstage kam die Deutsch-Brasilianische Gemischte Kommission für Wirtschaftliche Zusammenarbeit zu ihrer 42. Sitzung zusammen. Eingefordert wurden verbesserte Rahmenbedingungen, u. a. die Einführung von systemischen Ausschreibungen im Gesundheitssektor.

Der Konferenz vorgeschaltet waren am 20. September:

  • die Sitzung der Deutsch-Brasilianischen Initiative für Zusammenarbeit in Agribusiness und Innovation;
  • das Forum für kleine und mittelständische Unternehmen;
  • der Innovationsdialog, in dessen Nachgang ein MoU zur engeren Zusammenarbeit zwischen den Präsidenten des deutschen und brasilianischen Patentamtes abgeschlossen wurde.  

Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage 2016 in Thüringen

Die Veranstaltung schloss mit der Einladung des Thüringer Wirtschaftsministers, Wolfgang Tiefensee, zu den nächsten Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen. Diese werden vom 16. bis 18. Oktober 2016 in Weimar und Erfurt stattfinden.