Die Digitalisierung der Gesundheit

Telekardiologie braucht gute Ausbildung und Fachkräfte

Die Medizintechnologie ist ein großer Markt und bietet hervorragende Berufsaussichten. Quelle: BVMed

Die Informationstechnologie des 21. Jahrhunderts durchdringt auch den Gesundheitsbereich. Doch die Möglichkeiten der IT sind noch nicht ausgeschöpft.

IT-Dienstleister entwickeln spezielle Krankenhaus-Informationssysteme, Praxis-Informationssysteme und Software für Labor, Radiologie und Apotheke. Ein umfassendes Netz von elektronischen Krankenakten, auf die ein medizinischer Leistungserbringer in kürzest möglicher Zeit und ungeachtet räumlicher Distanzen Zugriff hat, bietet enorme Vorteile: besonders in Notfallsituationen ist die schnelle Verfügbarkeit von Patientendaten wichtig und wertvoll. Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung ergeben sich auch aus der Vermeidung von Fehlern aufgrund von mangelnder Information über die individuelle Anamnese sowie von unnötigen Mehrfachuntersuchungen.

Ebenfalls technisch möglich, aber noch nicht flächendeckend installiert sind E-Health-Anwendungen (Telemedizin). Dabei können Diagnostik und Therapie über eine räumliche oder zeitliche Distanz zwischen Patienten, Arzt und Apotheker hinweg mittels moderner Kommunikationsmedien durchgeführt werden.

Wir sehen bei der Digitalisierung der Gesundheit deutlichen Nachholbedarf und beschäftigen uns daher intensiv mit dem Thema. „Die wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors, aber auch die Unverzichtbarkeit einer guten Gesundheitsversorgung verlangen, dass die Potenziale der Digitalisierung im Gesundheitsbereich besser genutzt werden“, sagte Dr. Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des BDI, anlässlich einer Veranstaltung des BDI zur „Digitalisierung der Gesundheit“ im Mai 2015 in Berlin. Konkret bietet die Digitalisierung wichtige Vorteile für Patienten, wie geringere Wartezeit, zeitnahe Diagnostik und leichteren Zugang zu Fachärzten. Vorteile für die ärztliche Praxis liegen ebenso auf der Hand: Steigerung der Diagnose- und Therapiesicherheit, effektiveres Arbeiten, zufriedenere Patienten. Wir brauchen dafür ein klares Bekenntnis der Politik zur Digitalisierung der Gesundheit als ressortübergreifende Aufgabe. Aber auch die Unternehmen müssten ihre Produkte und Fähigkeiten hinterfragen und ihre digitale Reife erhöhen.

Veränderungen, wie sie die Digitalisierung mit sich bringt, schaffen einerseits neue Anwendungen, schüren andererseits aber auch Bedenken und Angst. Angst wiederum schürt Widerstand. Das ist in vor allem im Gesundheitssektor spürbar und verständlich, denn hier geht es um besonders sensible Daten. Es geht aber auch um die Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung für die Verbesserung unserer Gesundheitsversorgung bietet. Diese Möglichkeiten müssen wir bewusst einsetzen. Um diese aber bewusst einzusetzen, brauchen wir das Wissen, wie man mit Digitalisierung umgeht.