Europas Wirtschaft wird 2017 nur mäßig wachsen

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In diesem Jahr wächst das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union mit rund 1,7 Prozent. Für 2017 erwartet der BDI ein Wachstum unter 1,5 Prozent. Die Gründe für die Abflachung sind fehlende Impulse der Wirtschaftspolitik. Wichtige Strukturreformen zur Modernisierung der europäischen Wirtschaft bleiben aus. Der BDI fordert ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Steigerung der Produktivität.

Die globale Wirtschaft kühlt sich ab

Die Weltwirtschaft wächst 2016 um etwas mehr als drei Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit der Krise 2009 und auch für 2017 erwartet der BDI keine Höhenflüge. Zudem wächst der Welthandel wesentlich langsamer als zu Beginn des Jahrtausends. Darunter leidet die exportorientierte europäische Wirtschaft. Der Außenbeitrag zum Wachstum ist daher negativ.

Der private Konsum bleibt der wichtigste Wachstumstreiber

Die Arbeitslosenraten in Europa sinken kontinuierlich weiter und liegen im Durchschnitt bei rund 8,5 Prozent. Steigende Beschäftigung und Reallöhne kurbeln den privaten Konsum an, der das europäische Wachstum prägt. Investitionen leiden unter der globalen Unsicherheit und wachsen nur verhalten.

Schwaches Wachstum erfordert schon jetzt ein ambitioniertes Maßnahmenpaket

Die Finanzpolitik muss vorhandene Spielräume nutzen, um Wachstum und Produktivität zu steigern. Auf nationaler Ebene fehlen ergänzende industrie- und innovationspolitische Impulse. Dies kann auch durch drei oder vier große Mitgliedstaaten ohne Vollabstimmung in den EU-Gremien erfolgen.