Fokus Nichtwohngebäude

Die deutsche Industrie ist Weltmarktführer im Bereich klimaschützender und energieeffizienter Technologien. Die zum Umsetzen der Ziele im Gebäudesektor notwendigen technischen Lösungen liegen heute bereits vor. Die Industrie leistet damit einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende und zum Erreichen der Klimaschutzziele.

Neben dem Wohngebäudesektor muss im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung auch den Nichtwohngebäuden künftig eine zentralere Stellung zukommen. Nichtwohngebäude sind Gebäude, die vorwiegend nicht Wohnzwecken dienen und die unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt werden. Dazu gehören einerseits öffentliche Gebäude (Schulen und Universitäten, Schwimm- und Turnhallen, Krankenhäuser, Theater etc.), andererseits Gebäude in den Bereichen Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und in der Industrie (Büro-/Verwaltungsgebäude, Logistik- und Einkaufcenter, Produktionsgebäude, Hotels etc.).

Wie bei den Wohngebäuden liegt auch bei den Nichtwohngebäuden in der Bestandssanierung das größte Potenzial zur Energieeinsparung. Obwohl der Anteil der Nichtwohngebäude am gesamten deutschen Gebäudebestand bei knapp 10 Prozent liegt, entfällt auf Nichtwohngebäude mehr als ein Drittel des Energiebedarfs des gesamten Gebäudesektors.

Damit liegen im Nichtwohngebäudebereich erhebliche - bislang vielfach noch ungenutzte - Potenziale zur Energieeffizienzsteigerung, sowohl in der Gebäudetechnik, im Anlagenbetrieb als auch in der Dämmung von Anlagen und Gebäudehülle. Die energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden stellt damit durch den durchschnittlich höheren nutzungsbedingten Energiebedarf pro Gebäude einen starken Hebel zur Zielerreichung dar.

Vielfach lassen sich zudem die energetischen Effizienzmaßnahmen in Nichtwohngebäuden z. B. über eine intelligente Anlagenregelung (Gebäudeautomation) oder ganzheitliche Systemlösungen wie Energiespar-Contracting einfacher und wirtschaftlicher heben als in Ein- und Zweifamilienhäusern. Dennoch werden von Seiten der Politik bisher die Effizienzpotenziale in Nichtwohngebäuden inkl. öffentlicher Liegenschaften weitestgehend vernachlässigt. Wenn es um Energiewende und Klimaschutz geht, dürfen Nichtwohngebäude aber nicht ausgeblendet werden, sondern müssen im Sinne der Ganzheitlichkeit gleichberechtigt Berücksichtigung finden.  

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