Große Familienunternehmen mittelmäßig digital vernetzt

Familienunternehmen handeln stets nach vorne gerichtet, mit Blick auf die nächste Generation. Doch wie zukunftsfähig ist der traditionsreiche Kern der deutschen Wirtschaft in Zeiten digitaler Transformation? Eine Studie des BDI und der Deutschen Bank zeigt: Die größten Familienunternehmen sehen die Chancen der Digitalisierung, sind aber bisher nur mittelmäßig vernetzt.

Immer leistungsfähige IT-Systeme, eine voranschreitende Automatisierung der Geschäftsprozesse und größer werdende digitale Wertschöpfungsketten – das Umfeld der größten Familienunternehmen verändert sich rasant. Sie selbst halten aber nur mäßig Schritt. So bewerten in einer Befragung des BDI und der Deutschen Bank AG 62 Prozent der Familienunternehmen die Vernetzung des eigenen Unternehmens als mittel. Nur rund ein Viertel aller großen Familienunternehmen betrachtet das eigene Unternehmen als sehr hoch vernetzt.

 

Schaut man auf die gesamte Wertschöpfungskette, entsteht ein differenzierteres Bild: Die unternehmensinterne Vernetzung schätzen 67 Prozent der befragten Unternehmen als gut oder sehr gut ein. Bei der Vernetzung mit Kunden, Lieferanten, Banken oder Kooperationspartnern besteht jedoch noch Luft nach oben – nur ein Drittel ist mit Externen gut oder sehr gut vernetzt.

 

Wie stark Unternehmen vernetzt sind, ist ein Indiz dafür, wie erfolgreich die Digitalisierung im Unternehmen verläuft. Für die Zukunft erwarten die größten Familienunternehmen eine positive Entwicklung: Sechs von zehn der befragten Unternehmen sehen Potenziale, sich sowohl intern als auch extern weiter zu vernetzen.

 

Fehlendes Wissen bremst Digitalisierung

 

Das größte Hemmnis der eigenen digitalen Transformation ist aus Sicht der Familienunternehmer fehlendes Know-how der Mitarbeiter. Aber auch Schnittstellenprobleme, z. B. bei der Übertragung von Daten an die Zulieferer, und Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit bremsen die Digitalisierung.

 

Damit die Digitalisierung der gesamten Wirtschaft ein Erfolg wird, sind kontinuierliche Bildung und Weiterbildung fest in der Gesellschaft zu verankern. Digitale Kompetenzen sollten frühzeitig und umfassend in allen Bildungsstufen vermittelt werden. Gerade Familienunternehmen sind auf Ausbildungs- und Forschungszentren, auch abseits der urbanen Ballungszentren, angewiesen.

 

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn befragte im Auftrag des BDI und der Deutschen Bank AG zwischen März und Mai 2017 über 300 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz.