Innovation aus Tradition oder Innovation als Disruption

Die Frage, wie innovativ sind eigentlich Deutschlands Familienunternehmer im Zeitalter disruptiver Veränderungen, diskutierten Sabine Poschmann, der SPD-Bundestagsfraktion, Bertram Kawlath, Geschäftsführender Gesellschafter der Schubert und Salzer Feinguss Lobenstein GmbH und Tom Kirschbaum, Gründer und Geschäftsführer der Door2Door GmbH in Berlin.

Die Diskussion zeigte: Trotz tief greifender Veränderungen durch den digitalen Wandel, stehen Deutschlands Familienunternehmer, was ihre Innovationsleistungen betrifft, gut da. So betreiben immerhin über 60 Prozent der größten Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz kontinuierlich eigene Forschung. Rund ein Viertel der größten Familienunternehmen hat in den letzten drei Jahren sogar ein völlig neues Produkt entwickelt. Familienunternehmer handeln langfristig, denn sie wollen das Unternehmen eines Tages gut aufgestellt an die nächste Generation übertragen. Daher investieren sie in Forschung und Entwicklung. Startups nutzten die Chancen der Digitalisierung auf radikale Weise. Häufig sind sie es, die mit datenbasierten Geschäftsmodellen etablierte Anbieter und ihre Produkte herausfordern. Trotz aller Unterschiede in der Unternehmenskultur, der Geschwindigkeit und der Prozesse, die Startups und Familienunternehmer unterscheiden, eint sie das in ihnen gelebte Unternehmertum. Führungspersonen, die Risiken eingehen und Menschen, die so sehr für eine Idee brennen, dass sie dafür Karriere und finanzielle Sicherheit aufs Spiel setzten kennzeichnen beide Unternehmenstypen.