Klimaschutz im Luftverkehr ermöglichen

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Der Luftverkehr hat nicht nur eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch eine hohe klimapolitische Verantwortung. Der BDI unterstützt daher sinnvolle Anreize für mehr Effizienz und ehrgeizige Klimaschutzziele im Luftverkehr.

Schon heute hält die internationale Luftfahrtbranche ihre bis 2020 geltende Selbstverpflichtung ein, die Treibstoffeffizienz um jährlich 1,5 Prozent zu verbessern. Der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der deutschen Flugzeugflotte liegt heute bei unter vier Litern pro Person und 100 geflogenen Kilometern. Damit das prognostizierte Wachstum des Luftverkehrs nicht auf Kosten der Umwelt geschieht, muss Fliegen noch effizienter und ressourcenschonender werden.

Notwendige Anreize hierfür bestehen schon: Kerosinkosten machen heute ungefähr ein Drittel der Betriebskosten aus. Der Schlüssel für mehr Umwelteffizienz im Luftverkehr liegt in einer Kombination aus technischen Verbesserungen (wie effizientere Triebwerke, leichtere Materialien), effektiveren Flugoperationen (wie Gewichtsreduktionen, neue Flugverfahren, optimierte Wartung), effizienterer Infrastruktur (wie besser abgestimmte Flugsicherung, treibstoffsparende Anflugverfahren) und dem Einsatz effizienter ökonomischer Instrumente.

Mit dem „Single European Sky“ (SES) können der Klimaschutz verbessert und Kosten in Milliardenhöhe eingespart werden. Die CO2-Emissionen würden um bis zu zwölf Prozent sinken. EU-Mitgliedstaaten, Flugsicherungsorganisationen und militärische Institutionen sind gefordert. Die Politik in Europa muss den SES endlich ins Werk setzen.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich eigentlich dazu verpflichtet, ihre nationalen Flugsicherungen bis Dezember 2012 zu neun Luftraumblöcken zusammenzulegen. Doch bislang existieren diese nur über Skandinavien sowie Irland/Großbritannien. Der von Deutschland, Frankreich, den Beneluxstaaten und der Schweiz beabsichtigte „Functional Airspace Block Europe Central“ (FABEC), als Kern des zukünftigen SES, muss zügig errichtet werden.

Ein globaler Emissionshandel ist ein sinnvolles Instrument, um die Klimaziele im Luftverkehrssektor zu erreichen – wenn er sämtliche Airlines aller Staaten weltweit einbezieht. Ein Emissionshandel für den Luftverkehr im europäischen Alleingang dagegen hat sich zum handfesten Handelskonflikt entwickelt. Die ambitionierten Pläne aus Brüssel entpuppen sich nun als Sonderabgabe für europäische Unternehmen und als klimapolitischer Irrweg: Denn das Vorhaben schwächt die Luftfahrt in Europa – ohne das Klima zu schonen.

Bundesregierung und EU-Kommission sollten deshalb auf Ebene der ICAO auf eine weltweite Lösung hinarbeiten. Für den Fall, dass diese auf absehbare Zeit nicht gelingt, sollte die EU den Emissionshandel so modifizieren, dass eine wettbewerbsneutrale Umsetzung gelingt. Technologische Innovationen ermöglichen es, Wachstum zu generieren und zugleich Umweltbelastungen zu minimieren. Die Luftfahrt muss daher auf der technologiepolitischen Agenda bleiben. Die zivile Luftfahrtstrategie der Bundesregierung – insbesondere die Fortsetzung der erfolgreichen Grundlagenforschung für die Luftfahrt und des Luftfahrtforschungsprogramms des Bundes – muss konsequent umgesetzt werden.