Mehr Transparenz: Rohstoffgewinnende Unternehmen legen Finanzen offen

Rohstoffe stecken in allen Produkten unseres täglichen Lebens: in der Zahnpasta, in Lebensmitteln, im Handy oder in den Straßen, auf denen wir fahren. Transparenz im Rohstoffsektor ist daher ein zentrales Anliegen der deutschen Industrie. Im ersten Bericht der „Initiative für mehr Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor in Deutschland“ (D-EITI) veröffentlichen rohstoffgewinnende Unternehmen freiwillig ihre Zahlungen an staatliche Stellen.

Über 71.000 Menschen sind in Deutschland in rohstoffgewinnenden Unternehmen beschäftigt. Eine Vielzahl der Rohstoffe wie Steine und Erden, Kali, Salz, Erdöl oder Erdgas werden in Deutschland gewonnen. Deutsche Rohstoffunternehmen sind sich ihrer großen Verantwortung für ihre Mitarbeiter und die Umwelt bewusst. Sie erfüllen die hohen Umwelt- und Sozialstandards und übernehmen die Verantwortung bei der Nachnutzung von Abbauflächen. Viele Projekte zur Renaturierung und Rekultivierung in Deutschland sind weltweit beispielhaft.

Durch die freiwillige Teilnahme an der „Initiative für mehr Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor in Deutschland“ (D-EITI) machen Unternehmen jetzt ihre steuerlichen Ausgaben transparent. Damit verdeutlichen sie den verantwortungsvollen Umgang mit Finanzströmen. Zudem zeigt der Prozess, dass die Unternehmen die hohen Standards der Rechenschaftspflicht erfüllen. Dadurch wurde ein wichtiger Beitrag zu einer Versachlichung der Debatte über Rohstoffgewinnung in Deutschland geleistet.

Unternehmen verzichten auf Steuergeheimnis

Der erste D-EITI-Bericht hat Signalcharakter weit über den heimischen Rohstoffsektor hinaus. Erstmals haben sich im Rahmen eines institutionalisierten Prozesses Vertreter aus Industrie, Politik und Zivilgesellschaft einvernehmlich auf ein gemeinsames Ziel, die Veröffentlichung von Finanzströmen, verbindlich verständigt und dieses gemeinsam umgesetzt.

Rohstoffgewinnende Unternehmen legen in dem Bericht freiwillig ihre Zahlungen an staatliche Stellen offen. Die Regierungen melden ihre korrespondierenden Einnahmen (z. B. Steuern, Förderabgaben und Lizenzgebühren) aus dem Rohstoffsektor. Eine unabhängige Instanz gleicht die Zahlungen mit den Zahlungseingängen bei den staatlichen Stellen ab. Um den Abgleich zu ermöglichen, haben die Unternehmen freiwillig auf ihr Steuergeheimnis verzichtet.

Insgesamt haben Unternehmen Zahlungen von über 400 Millionen Euro gemeldet. Die berichtenden Unternehmen waren für weit über 90 Prozent der gesamten Menge an geförderten Rohstoffen in den jeweiligen Sektoren verantwortlich. Dieses Ergebnis ist ein großer Erfolg der D-EITI und zeigt einmal mehr, welchen hohen Stellenwert die Transparenz für deutsche Rohstoffunternehmen hat.

D-EITI-Bericht einstimmig verabschiedet

Als Koordinator der Privatwirtschaft gestaltet der BDI die Umsetzung konstruktiv mit. Nach über anderthalb Jahren intensiver Arbeit hat die Multi-Stakeholder-Gruppe Anfang August 2017 den D-EITI-Bericht einstimmig verabschiedet. Neben der Veröffentlichung von Finanzen werden hier umfangreiche Kontextinformationen zum deutschen Rohstoffsektor gegeben. Die Zahlen sind eindrucksvoll: Die 71.000 Mitarbeiter deutscher Rohstoffunternehmen haben 2015 über 730 Millionen Tonnen Rohstoffe gewonnen. Alle Inhalte sind auf einem interaktiven Internetportal öffentlich zugänglich.

Mit dem D-EITI-Bericht werden Qualität und Verfügbarkeit von Daten und Informationen zum Rohstoffsektor grundlegend verbessert. D-EITI fördert den Dialog über die Bedeutung des Rohstoffabbaus in Deutschland und kann damit die Akzeptanz für die heimische Rohstoffförderung steigern.