Trump schadet der eigenen Wirtschaft

Donald Trump ist 45. Präsident der Vereinigten Staaten. In seiner Antrittsrede bekräftigte er seine Kernforderungen aus dem Wahlkampf – allen voran „America First“. Gleich in den ersten Tagen seiner Amtszeit setzte er erste Wahlversprechen um, etwa den Austritt der USA aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP).

In seiner Rede vor dem Kapitol wiederholte Trump die Kritik an der Washingtoner Elite und erklärte, dass die politische Macht von nun an wieder in der Hand des Volkes liege. Er betonte abermals, dass Abschottung der richtige Weg sei, um das Land wieder stark zu machen: „Jede Entscheidung zum Handel, zur Besteuerung, zur Einwanderung, zur Außenpolitik wird zum Wohl der amerikanischen Arbeiter und amerikanischen Familien gemacht. Wir müssen unsere Grenzen vor der Verwüstung schützen, die andere Länder anrichten, die unsere Produkte herstellen, unsere Unternehmen stehlen und unsere Arbeitsplätze zerstören“, so Trump.

 

Bereits am Montag nach der Amtseinführung ließ Trump seinen Ankündigungen erste Taten folgen, indem er ein Dekret zum Ausstieg der USA aus der TPP unterzeichnete. Damit setzte er ein zentrales Wahlkampfversprechen um. US-amerikanische Unternehmer warnte er bei einem Treffen am selben Tag davor, Produktion ins Ausland zu verlegen. Gleichzeitig stellte er ihnen jedoch Bürokratieabbau und Steuersenkungen in Aussicht. 

 

Wenige Tage vor Amtsantritt hatte Trump in einem Zeitungsinterview die deutsche Automobilindustrie ins Visier genommen. Er forderte unter anderem, dass die Deutschen mehr US-amerikanische Autos kaufen sollten. Darüber hinaus drohte er deutschen Autobauern mit hohen Strafzöllen, sollten sie in Zukunft weitere Fabriken in Mexiko bauen, statt in den USA zu investieren.

 

Vor einem solchen Schritt warnte BDI-Präsident Dieter Kempf deutlich: „Die Unternehmen in den USA sind auf deutsche Ingenieurstechnologie und Zwischenprodukte aus Europa, Mexiko und anderen Regionen angewiesen. Trump wird der eigenen Wirtschaft schaden, wenn er versucht, die Autobauer aus Mexiko zu drängen. Zwischen den USA und Mexiko gibt es eine Arbeitsteilung, die beide Standorte wettbewerbsfähiger gemacht hat.“

 

Die Amtsübernahme von Donald Trump sorgt für Verunsicherung in der Wirtschaft. Ziel der deutschen Industrie muss es nun sein, in den USA die wichtige Rolle deutscher Unternehmen zu verdeutlichen. Wenn es darum geht, Arbeitsplätze in den USA zu schaffen und die Industrie zu stärken, sind sie Teil der Lösung.