#Wahl17: Empfehlungen | Forschung und Innovation

Deutschland gehört zu den weltweit führenden Industriestaaten. Allerdings verschärft sich der weltweite Innovationswettbewerb rasant. Globalisierung, die zunehmende Digitalisierung und die Anforderungen der globalen Nachhaltigkeitsagenda verändern bestehende Geschäftsmodelle radikal. Die deutsche Innovationsbasis muss verbreitert werden, um bei Schlüsseltechnologien und auf Leitmärkten weiterhin erfolgreich zu sein.

Kohärente Innovations- und Industriepolitik entwickeln

  • 14,2 Mrd. Euro F&E-Bundesmittel gingen 2014 an 11 Ressorts mit 21 Förderbereichen und hunderten Einzelprogrammen.

Deshalb:

  • Verbindliche Hightech- und Innovationsstrategie schaffen mit:
  • Trend- und Kompetenzmonitoring,
  • Transparenz und Klarheit bei Zielen, Kriterien zur Mittelverteilung und Erfolgsevaluierung.

 

Innovationsprinzip mit Innovations-Checks in die Gesetzesfolgenabschätzung einführen

  • Regulierungsvorhaben werden in der Gesetzesfolgenabschätzung, § 44 GGO, nicht bezüglich ihrer Auswirkungen auf die nationale Innovationsfähigkeit überprüft.

Deshalb:

  • Innovationsprinzip in die Gesetzesfolgenabschätzung auf Grundlage des BDI-Innovations-Check-Modells einführen. 

 

Mangel an Fach- und Führungskräften beheben

  • Bis 2020 fehlen demografisch bedingt 670.000 MINT-Fachkräfte – 1,3 Mio. unter Berücksichtigung von Wachstumsprognosen.

Deshalb:

  • MINT-Qualifikationen in Schule und beruflicher Ausbildung weiter stärken.
  • Nicht-/akademische Aus- und Weiterbildung konsequent an Digitalisierungsbedarfen ausrichten.

 

Forschung und Entwicklung nachhaltig fördern

  • Bund investiert nur 2,2 Mrd. Euro in direkte F&E-Förderung der Wirtschaft.
  • Zusätzliche steuerliche F&E-Anreize würden je Euro Steuergutschrift 1,25 Euro private F&E-Aufwendungen induzieren.

Deshalb:

  • Investitionen in direkte F&E-Förderung erhöhen.
  • Zusätzlich steuerliche F&E-Anreize über volumenbasierte Gutschriften einführen.

 

F&E-Kooperationen erleichtern – Technologietransfer stärken

  • 33 % der Industrie-Unternehmen kooperierten in 2012-2014 extern.
  • 22 % sahen starke Innovationshemmnisse bei Finanzierung und Bürokratie.

Deshalb:

  • Transfer- und Kooperationsinstrumente entbürokratisieren, beschleunigen und ausbauen.
  • EU-Kooperationsregularien vereinfachen und einheitlich anwenden.

 

EU-Forschungs- und Innovationsprogramme industriefreundlicher ausgestalten

  • Deutsche Industriequote für Horizon2020-Teilnahme: Nur 23 %.
  • Geringe Bewilligungsquoten (14 %) durch hohe Call-Überzeichnungen.

Deshalb:

  • Mittel für Industrieforschung erhöhen.
  • Programme verzahnen, Verfahren vereinfachen.
  • Industriepartner bei Projektverwertung nicht benachteiligen.

 

Unternehmerkultur stärken – Start-ups gezielt fördern

  • 17 % weniger Unternehmensgründungen in 2014/2015 in Deutschland.
  • Nur 16 % der 763.000 Gründer sind technologisch innovativ.

Deshalb:

  • Gründer-/Wirtschaftswissen in Schulbildung verankern.
  • Gründerinitiativen und -infrastrukturen regional ausbauen.
  • Wagniskapital für Gründung und Wachstum stärken.

 

Innovationskultur und Technologieakzeptanz stärken

  • Deutsche Technologieoffenheit ist mittelmäßig.
  • 11 % der Deutschen glauben an gesellschaftliche Relevanz des Technologiefortschritts (in EU: 22 %).

Deshalb:

  • Technologische Urteilsfähigkeit der Gesellschaft stärken.
  • Innovationsleitbilder und Szenarien entwickeln.
  • Kommunikationskonzepte und -plattformen schaffen.