#Wahl17: Empfehlungen | Internationale Märkte

Um im Konzert der großen Wirtschaftsmächte weiterhin ein Taktgeber sein zu können, hat Deutschland ein großes Interesse daran, enge Handelsbeziehungen mit den wichtigsten Wachstumsregionen zu halten und auszubauen. Asien, Amerika, Nah- und Mittelost sowie Afrika bieten der deutschen Wirtschaft große Marktchancen. Um sie optimal nutzen zu können, braucht die Industrie politische Flankierung.

Dialog mit asiatischen Partnerländern auf hohem Niveau fortsetzen

  • Gerade in Asien ist der Einsatz für eine Marktöffnung dann erfolgreich,
    wenn Politik und Wirtschaft kooperieren.

Deshalb:

  • Enge Abstimmung mit Staaten Asiens fortführen.
  • Wirtschaftsthemen zentralen Stellenwert einräumen.
  • Für Marktöffnung und Beteiligung deutscher Firmen an Projekten
    eintreten.

 

Freien Handel mit Asien fördern

  • 2015 betrugen Exporte nach Asien 154 Mrd. Euro (Anteil von 13,3 %).
  • Im globalen Vergleich wachsen asiatische Entwicklungs- und Schwellenländer weiterhin überdurchschnittlich stark.

Deshalb:

  • Ambitionierte Freihandelsabkommen mit asiatischen Wachstumsmärkten
    abschließen.

 

Technologie deutscher Unternehmen auf asiatischen Märkten schützen

  • Deutschland und Asien ergänzen sich zum Teil technologisch mit spezifischen Kompetenzen.
  • Technologieschutz ist Voraussetzung für Kooperation mit Asien im Bereich Industrie 4.0.

Deshalb:

  • Staatliche Regulierung, die zu Technologie-Offenlegung zwingt, zurückdrängen.
  • IPR-Schutz verbessern.

 

Moderne Freihandelsabkommen mit Ländern Lateinamerikas abschließen

  • 2015 betrugen Exporte nach Lateinamerika 33,5 Mrd. Euro.
  • Fehlende/unzureichende Abkommen verschlechtern Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen.

Deshalb:

  • EU-Mercosur-Verhandlungen zügig abschließen.
  • Abkommen mit Mexiko und Chile entsprechend aktuellen Anforderungen modernisieren.

 

Zugang zum nordamerikanischen Markt erhalten und ausbauen

  • Nordamerika ist zweitgrößte Zielregion deutscher Exporte außerhalb der EU.
  • Zugang zur NAFTA-Zone durch Abkommen mit USA, Mexiko und Kanada.

Deshalb:

  • Handel mit Mexiko auf Basis eines modernisierten FTA weiter intensivieren.
  • CETA zügig ratifizieren.
  • TTIP auf der Agenda halten und fortsetzen.

 

Nachhaltig Fluchtursachen in Nahost und Nordafrika bekämpfen

  • Nur politische und wirtschaftliche Stabilität vor Ort senkt Flüchtlingszahlen nachhaltig.
  • Deutsche Unternehmen engagieren sich in der Region.

Deshalb:

  • Gesamtstrategie für Region ausarbeiten.
  • Länderspezifische Maßnahmen und Instrumente zur Förderung von Handel und Investitionen erarbeiten.

 

Auftragsvergaben in Nah- und Mittelost, Nordafrika effektiver flankieren

  • Geschäfte deutscher Firmen in der Region sind stark abhängig vom Erfolg bei der Vergabe von Großprojekten.

Deshalb:

  • Partnern hochrangig und auf Augenhöhe begegnen.
  • Politische Kontakte verstärkt für wirtschaftliche Anliegen nutzen.
  • Vorteile deutscher Produkte hervorheben.

 

Marktzugang in Iran mindestens erhalten

  • Durch Atomabkommen ist Iran der potenziell größte Wachstumsmarkt der Region.
  • US-Finanzmarktsanktionen erschweren Finanzierung für deutsche Firmen.

Deshalb:

  • Gleichklang der Sanktionslockerungen v. a. mit USA erreichen.
  • Nachteile für US-Geschäfte deutscher Unternehmen, die im Iran aktiv sind, ausschließen.

 

Afrika als Chancenkontinent begreifen

  • 2017 werden voraussichtlich 9 der 15 weltweit am stärksten wachsenden Volkswirtschaften in Subsahara-Afrika (SSA) liegen.
  • 5 der Top-10-Reformländer befinden sich in SSA.

Deshalb:

  • EPA-Ratifizierung aktiv unterstützen.
  • Länderkreis für Doppelbesteuerungsabkommen erweitern.
  • Wirtschaft aktiv bei Delegationsreisen einbinden.

 

Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen in Afrika verbessern

  • Rahmenbedingungen sind entscheidend für verstärktes Engagement deutscher Unternehmen in Subsahara-Afrika.
  • Ausgeprägtes Infrastrukturdefizit verhindert Investitionen.

Deshalb:

  • Infrastruktur verbessern.
  • Regionale Integration weiter stärken.
  • Berufliche Bildung fördern.

 

Visaliberalisierung vorantreiben

  • Strenge Visavorgaben erschweren Geschäftsreisen unnötig.
  • Geschäftsreisende schließen wichtige Verträge ab und geben während ihres Aufenthalts überdurchschnittlich viel Geld aus.

Deshalb:

  • Visapflicht auf europäischer Ebene wo immer möglich abschaffen.
  • Antragsprozesse beschleunigen und verschlanken; Transparenz gegenüber Antragstellern erhöhen.

 

Gesundheit als wichtigen Entwicklungsfaktor in der Außenpolitik nutzen

  • In Schwellenländern steigt Bedarf an hochwertigen Gesundheitsleistungen.
  • In Entwicklungsländern muss Gesundheitsversorgung verbessert werden.

Deshalb:

  • Expertise deutscher Unternehmen empfehlen und gezielt positiv in der Wirtschafts- und Außenpolitik einsetzen.