3D-Druck: Game Changer für die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie?

3D-Druck @BDI e.V.

Die additive Fertigung, häufig auch als 3D-Druck bezeichnet, findet in der Industrie über die Herstellung von Prototypen und Einzelanfertigungen hinaus auch zunehmend bei der Serienfertigung Anwendung. Beim 3D-Druck wird ein Bauteil auf Basis eines dreidimensionalen, digitalen Bauplans durch das schichtweise Auftragen von Material aufgebaut. Anschließend werden die Präzisionsteile durch spanende Prozesse zum fertigen Funktionsbauteil veredelt. Nicht nur Kunststoffe können in diesem Verfahren verarbeitet werden – auch Metalle in Pulver-, Draht- oder Pastenform werden mittlerweile im additiven Verfahren eingesetzt.

Es ist ein zentrales Anliegen des BDI, frühzeitig für die Rohstoffversorgung relevante Entwicklungen zu erkennen und den damit verbundenen Handlungsbedarf aufzeigen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Anwendung des additiven Verfahrens auch in der Metallverarbeitung wurden daher in einem Positionspapier die Implikationen des 3D-Drucks für die Rohstoffsicherung der deutschen Industrie beleuchtet. Aus Sicht des BDI hat der 3D-Druck das Potenzial, sowohl den Rohstoffbedarf als auch die Art der Rohstoffsicherung für die deutsche Industrie zu verändern.

Durch die additive Fertigung könnten in Zukunft Unternehmen, die bisher ausschließlich Komponenten bzw. Halbzeuge bezogen haben, selbst zu Rohstoffbeziehern werden und eine sichere Versorgung mit dem Ausgangsmaterial sicherstellen müssen. Allein zwischen 2009 und 2014 hat sich die weltweite Nachfrage nach speziellen Metallpulvern für den 3D-Druck entsprechend vervierfacht. Bereits heute kommen eine Reihe von Metallen wie Edel- und Werkzeugstahl, Titan, Aluminium oder Kobalt- sowie Nickel-basierte Legierungen für die Verwendung im 3D-Druck zum Einsatz – beispielsweise bei Spezialwerkzeugen, in der Luftfahrtindustrie oder im Motorsport. Grundsätzlich können alle schweißbaren Metalle »gedruckt« werden, auch völlig neue Materialkombinationen sind dadurch möglich. Es gilt daher, die Auswirkungen des 3D-Drucks auf die Rohstoffnachfrage aufmerksam zu beobachten.

Das Positionspapier finden Sie hier.