Afrika – Krisen- oder Chancenkontinent?

Namibia © Fotolia/udokies

Ebola, Bürgerkrieg, Staatszerfall sind leider immer noch oft die Stichworte, mit denen man den afrikanischen Kontinent verbindet. Doch er ist im Begriff sich zu wandeln! Es ist an der Zeit, Afrika verstärkt als vielversprechenden Wirtschaftspartner und Zukunftsmarkt wahrzunehmen und nicht nur als Empfänger von Entwicklungshilfe.

Zahlreiche Länder Subsahara-Afrikas zeichnen sich seit mehreren Jahren durch politische Stabilität und ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum aus. Sechs der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften befinden sich auf dem afrikanischen Kontinent. Die African Development Bank prognostiziert ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent für 2015 und fünf Prozent für 2016, wobei für Ost- und Westafrika mit über fünf Prozent das höchste Wachstum erwartet wird. Im Durchschnitt ist die Wirtschaft südlich der Sahara seit 2000 jährlich um über fünf Prozent gewachsen und erreicht damit die mit Abstand erfolgreichste Wachstumsphase in den vergangenen 40 Jahren. Dies eröffnet auch der deutschen Wirtschaft neue Möglichkeiten, ihre Handels- und Investitionsbeziehungen auszubauen. Der BDI unterstützt in seiner Regionalarbeit die Intensivierung der deutsch-afrikanischen Geschäftsbeziehungen, indem er über Geschäftsmöglichkeiten in der Region informiert und eine Plattform zur Knüpfung von Geschäftskontakten (b2b) schafft – beispielsweise in Form von Konferenzen und Delegationsreisen. Darüber hinaus vertritt der BDI die Interessen der deutschen Industrie gegenüber politischen Entscheidungsträgern in Deutschland, Brüssel und den Partnerländern und dient diesen als Ansprechpartner in wirtschaftspolitischen Angelegenheiten.

2014 hat der BDI erstmals eine kohärente Afrikastrategie formuliert, »Strategie Subsahara-Afrika: Chancenkontinent Afrika«, um auf die Chancen des Kontinents für die deutsche Industrie hinzuweisen und konstruktive Akzente zu setzen. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die sowohl für die Bürger Afrikas als auch für die deutsche Industrie Vorteile bringen. Der Schwerpunkt der BDI-Aktivitäten liegt dabei auf den stark wachsenden Märkten West- und Ostafrikas. Um die wirtschaftlichen Beziehungen zu diesen Regionen zu vertiefen, pflegt der BDI Partnerschaften zu seinen Verbandspendants in Ghana und Ostafrika. In Ghana unterhielt der BDI das Verbandspartnerschaftsprojekt mit der Association of Ghana Industries (AGI), das von 2009 bis 2015 unserem ghanaischen Partnerverband bei der Entwicklung seiner Kapazitäten als Interessensvertreter der Industrie unterstützte. Im April 2015 hat der BDI ein neues Partnerschaftsprojekt mit dem ostafrikanischen Industrieverband East African Business Council (EABC) initiiert. Ziel ist es, die regionale Wirtschaftsintegration in Ostafrika zu unterstützen und dabei Netzwerke zwischen deutschen und ostafrikanischen Unternehmern und Politikern zu etablieren.

Afrikas Wirtschaftswachstum nach Regionen, 2013-16

Quelle: African Development Bank, Organisation for Economic Co-operation and Development, United Nations Development Programme: African Economic Outlook. Overview 2015, S. 2