Afrika matters! – Deutsche Wirtschaft setzt Prioritäten

„Globale Themen wie Klimawandel und Migration können wir nicht ohne Afrika lösen. Der Kontinent ist durch das große Bevölkerungswachstum für die Weltwirtschaft Chance und Risiko zugleich. Entscheidend ist, dass vor Ort Perspektiven für die überwiegend junge Bevölkerung geschaffen werden“, betont Heinz-Walter Große, Vorstandsvorsitzender B. Braun Melsungen und Vorsitzender der Subsahara-Afrika-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI).

Die deutsche Wirtschaft braucht jetzt die Unterstützung der Politik. Nur so können zukünftige Wirtschaftskooperationen mit dem afrikanischen Kontinent gelingen. Die Träger der SAFRI-Initiative – der Bundesverband der Deutschen Industrie, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen und der Afrika-Verein – sowie die Deutsche Afrika Stiftung setzen sich geschlossen für eine kohärente, strategisch angelegte Afrikapolitik ein.

Im Fokus stehen drei Prioritäten:

1. Institutionelle Zusammenarbeit verbessern

Eine kohärente, strategisch angelegte Afrikapolitik ist für deutsche Unternehmen entscheidend. Um die Synergien zwischen den einzelnen Ressorts zu nutzen, bedarf es einer stärkeren Koordinierung der deutschen Afrikapolitik. Institutionelle Zusammenarbeit sollte außerdem durch eine tiefer gehende Verzahnung zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung konsequent verbessert werden.

2. Risikoabsicherung modernisieren

Neben der politischen Flankierung durch die Bundesregierung braucht die deutsche Wirtschaft eine Stärkung der Außenwirtschaftsinstrumente, um international wettbewerbsfähig zu sein. Dazu zählt die Weiterentwicklung des OECD-Konsensus (Organisation für Economic Co-Operation and Development). Vermehrt verlieren deutsche Unternehmen Großaufträge, da Wettbewerber nicht dem OECD-Regelwerk unterliegen oder dieses anders interpretieren.

3. Finanzierung attraktiver gestalten

Für kleine und mittelständische Unternehmen ist die Finanzierung kleinerer Projektvolumina oft wettbewerbsentscheidend. Die deutsche Wirtschaft braucht von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft eine Absicherung dieser Volumina sowie der Kosten von Projekt-Frühphasen.