„Aktionsplan Stromnetz“ – Guter Schritt in richtige Richtung

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat im August 2018 den „Aktionsplan Stromnetz“ vorgestellt. Dieser ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Dem Aktionsplan müssen jetzt jedoch dringend Taten folgen, sonst steht auch die Akzeptanz der Energiewende auf dem Spiel. Die „Bezahlbarkeit“ der Energiewende muss wieder mehr in den Fokus der Politik treten.

Wichtig ist, dass der Netzausbau zentrales Anliegen zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende bleibt. Die dringend benötigten Stromnetze dürfen nicht zum „Bottleneck“ der Energiewende werden. Ein Netzausbaubeschleunigungsgesetz 2.0 ist dringend erforderlich.

Positive Aspekte des Aktionsplans sind, dass die bestehenden Netze weiter optimiert werden sollen und Aspekte wie Netzverstärkung und intelligentere Steuerung im Aktionsplan aufgegriffen werden. Der BDI hat auf die Bedeutung des NOVA-Prinzips (Optimierung vor Ausbau) in den letzten Jahren immer wieder hingewiesen. Die Industrie wird auch zur Optimierung gern weiter einen Beitrag leisten.

Netzausbau und Optimierung sind nicht nur essentiell für den Erhalt der Versorgungssicherheit in Deutschland. Sie sind auch wichtig, um die Kosten des Energiesystems zu begrenzen. Die Kosten u. a. zur Abregelung des Stroms, der im Zeitpunkt der Einspeisung nicht verbraucht werden kann, müssen dringend gesenkt werden. In 2017 betrugen die Kosten für Redispatch und Einspeisemanagement rd. 1,4 Milliarden Euro (neuer Höchststand). Die „Bezahlbarkeit“ der Energiewende muss wieder mehr in den Fokus der Politik treten.

Positiv ist, dass Bundesminister Altmaier das Thema „Stromnetze“ zur Chefsache gemacht hat und der erste „Netzgipfel“ bereits am 20. September 2018 stattfinden soll. Der BDI wird die weiteren Schritte mit Interesse verfolgen. Damit die Energiewende zum Erfolg wird, muss auch die Schicksalsfrage „Stromnetze“ mit Erfolg gelöst werden. Und die Frage muss schnell gelöst werden. Auch aus klimapolitischen Gründen: Das Ziel, bis 2030 den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 65 Prozent zu erhöhen, ist nur mit einem wesentlich zügigeren Netzausbau möglich.