Ausgestaltung nachhaltiger globaler Lieferketten

Renate Hornung-Draus, BDA © BDA

Die Regierungen der G20-Staaten konnten sich im Rahmen des Gipfeltreffens im Juli 2017 nicht nur auf eine gemeinsame Botschaft für freien Handel und gegen Protektionismus einigen. Sie verständigten sich auch auf wichtige Aussagen zu nachhaltigen globalen Lieferketten, erklärte Renate Hornung-Draus, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Die Gemeinschaft der 20 führenden Wirtschaftsnationen (G20) erkennen ausdrücklich an, dass globale Lieferketten ein wichtiges Potenzial für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für ein ausgewogenes Wirtschaftswachstum bergen. Bei ihrem Gipfeltreffen in Hamburg im Juli 2017 wiesen sie jedoch auf Herausforderungen im Hinblick auf eine gerechte und nachhaltige Globalisierung hin. Die G20 verpflichteten sich zur Förderung der Umsetzung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards sowie zur Durchsetzung der Menschenrechte im Einklang mit international anerkannten Vorgaben. Weitere Beiträge für den „Vision Zero Fund“ zur Verhinderung schwerer und tödlicher Arbeitsunfälle wurden zugesagt. Die G20 betonten aber auch die Verantwortung von Unternehmen und ermutigten sie zum Abschluss von internationalen Rahmenvereinbarungen.

Es ist zu begrüßen, dass sich die G20 zur Förderung der Umsetzung von Menschenrechten und Sozialstandards verpflichtet haben. Die Verantwortung für die Durchsetzung von Standards darf jedoch nicht durch Zuweisung von überzogener Verantwortung für die Lieferkette auf die Unternehmen abgewälzt werden.

Die BDA hat diese Position gemeinsam mit anderen Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft im Rahmen des B20-Prozesses aktiv in die Diskussion der G20 eingebracht. Die deutschen Arbeitgeber werden sich weiterhin auf internationaler Ebene, in der G20, der International Labour Organization (ILO) und im Rahmen der internationalen Handelspolitik für die Ausgestaltung der ordnungspolitischen  Rahmenbedingungen für globale Lieferketten einsetzen.

Renate Hornung-Draus ist Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Leiterin der Abteilung Europäische Union und Internationale Sozialpolitik der BDA.