BDI Ostafrika-Initiative nimmt Fahrt auf

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Die ersten Meilensteine im Projekt „Perspektiven schaffen: Wirtschaft für Entwicklung“ sind erreicht: Der BDI hat einen Pool deutscher Unternehmen mit Interesse an Ostafrika aufgebaut. Auch in Ostafrika wurden Firmen ausgewählt, die am Projekt teilnehmen. Nun heißt es: volle Kraft voraus fürs Matching. In Mentoring-Partnerschaften können die deutschen Unternehmen nun ihr Expertenwissen weitergeben und gleichzeitig von gemeinsamen Projekten profitieren.

Im Projekt „Perspektiven schaffen. Wirtschaft für Entwicklung. Ostafrika“ heißt es nun volle Kraft voraus fürs Matching, dem Zusammenführen deutscher und afrikanischer Unternehmen. Die erste Partnerschaft in Kenia konnte bereits erfolgreich angebahnt werden; Die kenianische Firma TenSense benötigte eine Digitalisierungslösung zum transparenten und nachvollziehbaren Management seiner Produkte und Prozesse, inklusive Zahlung und Zertifizierung. TenSense ist ein Fair Trade-Unternehmen, das ein Netzwerk von über 3000 Macadamia-Produzenten mit Produkten für den internationalen Export managt. Die deutsche Firma Phy2Trace, spezialisiert auf Digitalisierungslösungen in landwirtschaftlichen und nahrungsmittelverarbeitenden Wertschöpfungsketten basierend auf der Blockchain-Technologie, war interessiert. Nach einigen arrangierten Telefonaten und E-Mail-Konversationen flog Phy2Trace als Mentor nach Nairobi, traf das TenSense-Management, einige Macadamia-Bauern und -Produzenten und besichtigte die TenSense-Fabrik. Beide Seiten haben bereits ein NDA, eine Geheimhaltungserklärung, zur weiteren Kooperation unterzeichnet. Weitere Partnerschaften sind bereits in der Anbahnung und werden im Jahr 2019 vorangetrieben.

Das Projekt blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurück. In Deutschland wurde es in einem umfangreichen Road-Show-Prozess zahlreichen Unternehmen vorgestellt und ein Pool Ostafrika aufgebaut. Gleichzeitig wurden in Ostafrika aus mehr als 300 Bewerbungen 74 ostafrikanische Unternehmen der EAC-Region mit Wachstumspotential und Interesse am Austausch mit deutschen Unternehmen ausgewählt. Sie wurden vorab einem intensiven Screening-Prozess unterzogen. Die Reisen nach Ostafrika nutzte der BDI zudem zur Netzwerkbildung mit bereits etablierten deutschen Unternehmen vor Ort, unter anderem Krones und B. Braun in Nairobi, Knauf in Tansania sowie Volkswagen in Ruanda – alles Unternehmen mit eigener Produktion vor Ort.

Hintergrund

Mit dem Projekt „Perspektiven schaffen: Wirtschaft für Entwicklung“ hat der BDI sein Engagement in Ostafrika auf eine neue Stufe gestellt. Bis 2020 arbeitet der BDI zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der East African Community (EAC) und dem East African Business Council (EABC), daran, gezielt Geschäftskooperationen zwischen deutschen und ostafrikanischen Unternehmen anzubahnen. So sollen Win-Win-Beziehungen aufgebaut und Perspektiven vor Ort geschaffen werden. Ein Projektteam in Ostafrika und Berlin begleitet das Projekt kontinuierlich. Nachdem im ersten Schritt sowohl auf ostafrikanischer als auch deutscher Seite eine bestimmte Anzahl von Unternehmen ausgewählt wurden, sollen diese im nächsten Schritt zu Mentoring-Paaren zusammengeführt werden. Gleichzeitig finden Trainings für die teilnehmenden ostafrikanischen Unternehmen statt. In Kigali und Nairobi zu Beispiel gab es im vergangenen Jahr bereits Trainings zum Thema Digital Marketing mit einem Gastvortrag eines für SAP tätigen Experten.

Deutsche Unternehmen können sich auf verschiedene Art und Weise an der Initiative beteiligen. Sie können einerseits punktuell in Trainings ihr Expertenwissen an ostafrikanische Mittelständler vermitteln und gleichzeitig Kontakte zu Unternehmen in der Region knüpfen. Andererseits können sie aber auch selbst durch eine Mentoring-Partnerschaft mit einem zu ihnen passenden ostafrikanischen Unternehmen profitieren. Dabei können die beiden Partner ihre geschäftlichen Schnittstellen ausbauen und in erste Projekte überführen. Klassische B2B-Formate und Informationsveranstaltungen komplettieren das Angebotspaket. Unter anderem sind Delegationsreisen zur East African Business and Entrepreneurship Conference (EABEC) für deutsche Firmen sowie zur Hannover Messe für ostafrikanische Unternehmer geplant. Interessierte Unternehmen sind weiterhin aufgerufen, sich beim BDI zu melden und nähere Informationen einzuholen.