BDI-Strategie Subsahara Afrika

„Africa rising“ anstatt „hopeless continent“ – Afrika ist im Begriff sich zu wandeln! Es ist an der Zeit, Afrika verstärkt als vielversprechenden Wirtschaftspartner und Zukunftsmarkt statt als Empfänger von Entwicklungshilfe wahrzunehmen. Daher hat der BDI mit der „BDI-Strategie Subsahara-Afrika: Chancenkontinent Afrika“ erstmals eine kohärente Strategie für Afrika formuliert.

Trotz bestehender Herausforderungen ist Afrika für den BDI ein Kontinent mit großen Potenzialen, die es zu nutzen gilt. Mit der Strategie bringt sich der BDI aktiv in die Afrikapolitik ein und zeigt Handlungsbedarf auf, um ein attraktives sowie nachhaltiges Investitionsklima zu fördern. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl für die Bürger in Afrika als auch für die deutsche Industrie Vorteile bringen. Erstmals wurden nicht nur Forderungen an die Politik formuliert, sondern ein eigener Aktivitäten-Katalog zur Stärkung der deutschen Wirtschaft in Afrika definiert. Der BDI macht in seiner eigenen Arbeit und  im Rahmen der  Subsahara-Afrika-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) auf die Chancen für die deutsche Industrie aufmerksam und flankiert ihre Interessen gegenüber Entscheidungsträgern in Deutschland und Afrika, wobei er konstruktive Akzente setzt. Den regelmäßigen Austausch mit der Politik zu Subsahara-Afrika wird die deutsche Wirtschaft intensivieren und aktiv den Austausch mit politischen Stiftungen und der Zivilgesellschaft suchen. Darüber hinaus unterhält der BDI, nach seinem im Frühjahr 2015 erfolgreich abgeschlossenen Verbandspartnerschaftsprojekt mit dem ghanaischen Industrieverband, seit April 2015 ein Verbandspartnerschaftsprojekt mit dem ostafrikanischen Wirtschaftsverband East African Business Council (EABC).  

Wie die BDI-Umfrage „Subsahara-Afrika Engagement Deutscher Unternehmer“ zeigt, nutzen zwar einige deutsche Unternehmen die Potenziale auf dem afrikanischen Kontinent, aber ihr Engagement in Afrika bleibt ausbaufähig. Der Anteil von Subsahara-Afrika am deutschen Gesamtaußenhandel stagniert auf niedrigem Niveau bei 1,31 Prozent für 2013. Andere Länder haben den afrikanischen Kontinent bereits stärker als Absatz- und Investitionsmarkt entdeckt. So will China zum Beispiel sein Handelsvolumen von derzeit 200 Millionen US-Dollar bis 2020 auf 400 Millionen US-Dollar erhöhen. Präsident Obama kündigte auf dem ersten amerikanisch-afrikanischen Wirtschaftsforum im August 2014 Investitionen in Höhe von 33 Milliarden US-Dollar von privaten Unternehmen und Regierung an.

Insgesamt ist neben dem Interesse der strategischen Rohstoffsicherung für die heimischen Märkte auch das Interesse der internationalen Kapitalmärkte an Afrika gestiegen. Das unternehmerische Interesse spiegelt dabei die wirtschaftlichen Potenziale des Kontinents wieder. Zahlreiche Länder im subsaharischen Afrika zeichnen sich durch zunehmende politische und soziale Stabilität aus. Im Durchschnitt betrug das Wirtschaftswachstum vor Ort 2013 vier Prozent, verglichen mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Afrikas mittelfristige Wachstumsaussichten sehen ebenfalls gut aus. Sechs der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften befinden sich auf dem afrikanischen Kontinent. Die African Development Bank prognostiziert ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von fünf Prozent für 2014 und fünf bis sechs Prozent für 2015, wobei für Ost- und Westafrika mit über sechs Prozent das höchste Wachstum erwartet wird. Damit gehören diese Regionen zu den am schnellsten wachsenden weltweit.

Schwerpunkte der „BDI-Strategie Subsahara-Afrika: Chancenkontinent Afrika“

Was erwartet die deutsche Wirtschaft von den Ländern Subsahara-Afrikas?

  • Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen verbessern
  • Regionale Integration weiter stärken
  • Berufliche Bildung fördern
  • Infrastruktur verbessern
  • Mit Wirtschaftspartnerschaftsabkommen die Einbindung afrikanischer Märkte in die Weltwirtschaft vorantreiben
  • Berufliche Bildung fördern
  • Infrastruktur verbessern

Was erwartet die deutsche Wirtschaft von der Bundesregierung?

  • Synergien zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung schaffen
  • Instrumente der staatliche Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) weiterentwickeln
  • Rohstoffe als Instrument für wirtschaftliche Entwicklung verantwortungsvoll nutzen
  • Investitionsförderungs- und Investitionsschutzverträge (IFV) aktiv vorantreiben
  • Kammernetzwerk und Kammer- und Verbandspartnerschaften stärken
  • Länderkreis für Doppelbesteuerungsabkommen erweitern
  • Visapolitik für afrikanische Geschäftsreisende nach Deutschland vereinfachen
  • Delegationsreisen nach Afrika gezielter gestalten

Unser Engagement im Bereich Subsahara-Afrika

  • Chancen in Ost- und Westafrika erkennen
  • Regelmäßigen Austausch mit der Politik intensivieren
  • Potenziale Subsahara-Afrikas kommunizieren und Netzwerke stärken
  • Außenwirtschaftsförderungsinstrumente am Bedarf der deutschen Unternehmen ausrichten
  • Als Partner der Entwicklungshilfe agieren
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