Brasilien hat die Kraft zum Wandel: Reformpolitik muss fortgesetzt werden

Andreas Renschler zur Eröffnung der DBWT 2017 © CNI FIESC

DBWT Eröffnung Bühne © CNI FIESC

DBWT Eröffnung Publikum © CNI FIESC

DBWT Eröffnung Tanz © CNI FIESC

Wirtschaftsminister Marcos Pereira © CNI FIESC

Forum Infrastructure and Smart Cities © CNI FIESC

Ausstellungsstand der DBWT-Gastgeberstadt 2018 Köln © CNI FIESC

DBWT Teilnehmer © CNI FIESC

Stand der Commerzbank © CNI FIESC

DBWT Kulinarisches © CNI FIESC

Zur Eröffnung der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage stellte Andreas Renschler, Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW) und Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, die besondere Kraft zum Wandel in Brasilien heraus. Vor dem Hintergrund der radikalen Veränderungen durch die Digitalisierung seien zuverlässige Partnerschaften, wie die zwischen Brasilien und Deutschland, derzeit auf der Welt wichtiger und wertvoller denn je.

Mit über 2200 Teilnehmern fanden die diesjährigen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage im November 2017 in Porto Alegre im Bundesstaat Rio Grande do Sul statt. Vor dem Hintergrund des wieder anziehenden Wirtschaftswachstums in Brasilien – von rund einem Prozent 2017 und zwei Prozent 2018 – war das Interesse an einer Zusammenarbeit trotz noch bestehender Herausforderungen groß. Die vom BDI und seinem brasilianischen Partnerverband CNI organisierte Konferenz wurde vom regionalen Industrieverband FIERGS unterstützt und stand unter dem Motto: „Deutsch-Brasilianische Partnerschaft: Neue Möglichkeiten der Kooperation“. In mehreren Arbeitsgruppen und Foren zu Themen wie Agribusiness, Innovationskooperation, Energieeffizienz, Infrastruktur und Gesundheitswirtschaft wurden Möglichkeiten der engeren Zusammenarbeit erörtert.

Stefan Mair, Mitglied der BDI Hauptgeschäftsführung, warnte vor zunehmendem Protektionismus und appellierte für eine Fortsetzung der Reformpolitik in Brasilien, insbesondere im Hinblick auf das Steuersystem und den Abbau von Bürokratie. Im Innovationsforum wurden die Ergebnisse der bilateralen „Task Force Industrie 4.0“ vorgestellt, u. a. ein Arbeitsprogramm mit verschiedenen Pilotprojekten, z. B. zur Entwicklung eines strategischen Digitalisierungsplans oder zur Sensibilisierung des brasilianischen Mittelstandes.

Die Gemischte Wirtschaftskommission tagte im Rahmen der Konferenz unter der deutschen Leitung von Andreas Renschler und dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Matthias Machnig. Politik und Wirtschaft beider Seiten waren sich einig, dass die EU-Mercosur-Freihandelsverhandlungen möglichst schnell erfolgreich abgeschlossen werden müssen. Die angestrebte OECD-Mitgliedschaft Brasiliens eröffne darüber hinaus neue Chancen für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zu einem Doppelbesteuerungsabkommen. Gut ausgebildete Fachkräfte seien entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens zu erhöhen. Um eine Ausbildung nach dem deutschen dualen System durchzuführen, müsse jedoch das brasilianische Arbeitsrecht angepasst werden.

Im Kontext der Wirtschaftstage fand auch die konstituierende Sitzung der Deutsch-Brasilianischen Arbeitsgruppe zur Qualitätsinfrastruktur des BMWi statt. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist der Abbau von technischen Handelshemmnissen zwischen Deutschland und Brasilien.

Die nächsten Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage werden vom 24. bis 26. Juni 2018 in Köln stattfinden.