Rohstoffkreislauf © Pexels/thisisengineering

Die Transformation der Rohstoffkreisläufe

Circular Economy ist ein Produktions- und Konsummodell, bei dem vorhandene Materialien und Produkte so lange wie möglich wiederverwendet werden. Auf diese Weise entstehen nachhaltige Produkte aus bereits vorhandenen Rohstoffen. Das ganzheitliche Schließen von Stoffkreisläufen ist ein zentraler Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaften und damit auch für das Erreichen der Klimaziele.

In der Praxis bedeutet dies, Rohstoffe so lange wie möglich zirkulieren zu lassen und möglichst ohne Abfall auszukommen. Wenn ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, werden seine Materialien, wo immer möglich, weiterverwertet. So wird eine Rohstoffverfügbarkeit geschaffen, die unabhängig von Primärrohstoffen, d. h. Rohstoffe natürlichen Ursprungs funktioniert. Wenn Rohstoffe zum zweiten oder wiederholten Mal genutzt werden, handelt es sich um Sekundärrohstoffe. Ihre Nutzung schont natürliche Ressourcen und leistet einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

EU Green Deal

Im März 2020 stellte die Europäische Kommission im Rahmen des europäischen Green Deal und im Einklang mit einer vorgeschlagenen neuen Industriestrategie den neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft vor. Er enthält Vorschläge für ein nachhaltigeres Produktdesign, die Reduzierung von Abfällen und die Stärkung der Verbraucher (z. B. ein Recht auf Reparatur). Besonderes Augenmerk wird auf ressourcenintensive Sektoren wie Elektronik und IKT, Kunststoffe, Textilien und Bauwesen gelegt.

Im Februar 2021 nahm das Parlament eine Entschließung zum neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft an, in der zusätzliche Maßnahmen gefordert werden, um bis 2050 eine kohlenstoffneutrale, ökologisch nachhaltige, giftfreie und vollständig kreislauforientierte Wirtschaft zu erreichen, einschließlich strengerer Recyclingregeln und verbindlicher Ziele für den Materialeinsatz und -verbrauch bis 2030.

BDI-Initiative Circular Economy

Technologisch ist bereits jetzt vieles möglich. In der öffentlichen Debatte und im politischen Diskurs kommen Lösungsansätze oft zu kurz. Die Initiative will eine inhaltliche und kommunikative Plattform für eine ganzheitliche Positionierung der Industrie zu allen industrierelevanten Aspekten einer Circular Economy schaffen. Dies soll zur Verbesserung der industriellen Problemlösungskompetenz durch eine übergreifende Betrachtung aller Industrieakteure und industrierelevanten Stoffströme beitragen.

Folgende  Themenkomplexen stehen im Fokus:

  • Instrumente und Anreize zur Förderung des Recyclingrohstoffmarkts, ein­schließlich Grüne Öffentliche Beschaffung
  • Potenziale der Abfallverminderung inkl. weiterer Umweltdimensionen wie Kli­maschutz, Gewässerschutz, Einbeziehung von Biomasse und CO2-Usage.
  • Circular Economy als Enabler für die Erreichung EU-weiter CO2-Ziele.
  • Produkt- und Ökodesign praxisnah ausgestalten insb. zu Reparatur, Refur­bishment, Remanufacturing, Ersatzteilversorgung.