Coronakrise: Weltweite Lage /Außenwirtschaft

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Die globale Corona-Epidemie führt uns dramatisch vor Augen, wie anfällig unser Wohlstand für Störungen des globalen Räderwerks des Welthandels ist. Die Krise verschärft Protektionismus und Nationalismus, durch die der Welthandel ohnehin unter Druck steht. Die globale Wirtschaftsgemeinschaft ist sich einig: Mehr denn je kommt es jetzt darauf an, die Fundamente des regelbasierten und freien Handels kraftvoll abzusichern. Nur so können Wertschöpfungsketten aufrechterhalten bleiben und Produktion gestärkt werden.

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind massiv: In einem Bericht vom 13. Mai 2020 erwartet die UNCTAD im zweiten Quartal 2020 einen Einbruch des Welthandels in Höhe von 27 Prozent. Rohstoffpreise fielen allein im März um über 20 Prozent. Im Januar waren die Preise um etwa ein Prozent und im Februar um rund neun Prozent zurückgegangen. Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnete im Mai 2020 mit einem Rückgang des Warenhandels von 13 bis 32 Prozent in diesem Jahr, je nach Länge der Eindämmungsphasen in den großen Volkswirtschaften.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seinem jüngsten World Economic Outlook von Mitte April 2020 davon aus, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr um drei Prozent schrumpfen wird. Noch im Januar hatte der IWF für dieses Jahr ein globales BIP-Wachstum von 3,3 Prozent prognostiziert. Sollte sich die Corona-Pandemie noch in diesem Jahr abschwächen, rechnet der IWF mit einer teilweisen Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2021. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich für die exportorientierte deutsche Wirtschaft durch den nationalen sowie internationalen Rückgang der Nachfrage. Obwohl in Deutschland die Industrieproduktion wieder anlaufen kann, finden sich durch den starken Einbruch des Welthandels weniger Abnehmer für Produkte deutscher Unternehmen.

Internationale Wertschöpfungsketten werden derzeit durch zahlreiche Faktoren gestört. Dies stellt Unternehmen vor große Herausforderungen und bedeutet häufig bürokratischen Mehraufwand. Grund hierfür ist vor allem ein Flickenteppich international unterschiedlicher Maßnahmen. Aber auch die Asymmetrie des Krisenverlaufs stellt ein Problem dar: Während in China die Produktion beispielsweise wieder anläuft, bestehen in Südamerika weiterhin Lockdown-Maßnahmen. Dies sorgt für Unterbrechungen in international eng verflochtenen und integrierten Wertschöpfungsketten und schafft Planungsunsicherheiten bei den Unternehmen.