Der EU Green Deal – Plan für ein nachhaltiges und wettbewerbsfähiges Europa

© AdobeStock/Alexi Tauzin

Die neue Europäische Kommission hat mit dem „European Green Deal“ die Themen Klimaschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer politischen Agenda gerückt. Die EU soll mit dem ehrgeizigen Plan bis zum Jahr 2050 globaler Vorreiter im Kampf um Klimaneutralität werden. Die Herausforderungen sind jedenfalls enorm. Die europäische Wirtschaft steht vor einem umfassenden Umbau.

Der „European Green Deal“ ist zweifellos eines der größten und wichtigsten Zukunftsprojekte in der Europäischen Union. Die Europäische Kommission will damit im Kampf für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit international eine Vorreiterrolle übernehmen. Der ambitionierte Plan wird viele Veränderungen mit sich bringen und viele Sektoren umfassen. Er zielt vor allem auf eine grundlegende Umgestaltung von Industrie, Energieversorgung, Landwirtschaft, Verkehr und der Gesellschaft in den 27 EU-Mitgliedsstaaten ab. So soll Europa bis zum Jahr 2050 als erster Kontinent klimaneutral werden.  Auf dem Weg will die EU kurzfristig ihre Emissionsziele verschärfen. Ein geplantes EU-Klimagesetz soll den Übergang unumkehrbar machen und Klimaneutralität rechtsverbindlich festschreiben. Der Green Deal bekommt damit eine konkrete Richtungsvorgabe und einen Zeitplan. Allerdings besteht aktuell noch kein allgemein anerkanntes Verständnis darüber, wie Klimaneutralität genau zu definieren ist.

Wachstumsmotor für Europa

Um den „European Green Deal“ langfristig zu verankern, ist ein ganzheitlicher, politischer Ansatz gefragt: von der Handelspolitik über die digitale Agenda, Forschung und Innovation, Wirtschafts- und Investitionspolitik bis hin zu einer Industriestrategie für eine „saubere und kreislauforientierte Wirtschaft“. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft soll vor allem durch einen Vorsprung bei „grünen“ Technologien gestärkt werden. Unbestritten kostet so ein Vorhaben viel Geld.  Die Rede ist von insgesamt einer Billion Euro. Daher will die EU-Kommission einen Investitionsplan für ein nachhaltiges Europa auflegen, um „grüne“ Investitionen voranzutreiben, die Kreislaufwirtschaft auszubauen und einen Null-Schadstoff-Aktionsplan zu entwickeln und umzusetzen.

Taktgeber deutsche Industrie

Die deutsche Industrie sieht mit dem EU Green Deal Chancen für den heimischen Standort. Dabei ist sie der Nachhaltigkeit schon seit langem verpflichtet und geht mit gutem Beispiel voran. Deutschland trägt seit Jahrzehnten mit innovativen Technologien und Produkten maßgeblich zu einem immer effizienteren Einsatz natürlicher Ressourcen bei. Hiesige Unternehmen investieren beständig in eine saubere Umwelt und in Maßnahmen zum Schutz des Klimas. Bei einer Vielzahl „grüner“ Technologien sind deutsche Firmen Weltspitze. Und auch beim Handel und Export von hierzulande entwickelten und in der Praxis erprobten Umweltschutzgütern ist Deutschland mit rund 14 Prozent Anteil am globalen Handel führend. Für die Anforderungen aus dem Green Deal braucht die Industrie jedoch langfristig Unterstützung auf verschiedenen Ebenen.