Roboterhand schüttelt Menschenhand

© Christian Kruppa

Deutsch-niederländischer Innovations- und Technologiepakt

Anfang 2021 wurde der Deutsch-Niederländische Innovations- und Technologiepakt unterzeichnet. Ziel ist es, die bilaterale Zusammenarbeit der beiden Länder zu intensivieren. Bereits vorhandene Kooperationen sollen ausgebaut und neue Felder für Unternehmenskooperationen erschlossen werden.

Im Fokus stehen alle wichtigen Zukunftsbereiche, wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Energie und Klima, Mobilität und Gesundheit. Das Abkommen knüpft an die letzten deutsch-niederländischen Regierungskonsultationen vom Oktober 2019 an. Unterzeichnende des Innovationspaktes sind auf deutscher Seite neben dem BDI das Bundeswirtschaftsministerium und auf niederländischer Seite das Ministerium für Wirtschaft und Klimapolitik, das Außenministerium, der Industrieverband (VNO-NCW), Technologieverband (FME), sowie der High-Tech-Verbund (HTSM).

Deutschland und die Niederlande verbinden enge und traditionsreiche Wirtschaftsbeziehungen. Es gibt nur wenige Länder auf der Welt, die so selbstverständlich miteinander kooperieren und so stark voneinander profitieren. Die Niederlande sind Deutschlands wichtigster europäischer und weltweit zweitwichtigster Handelspartner, nach China. Daraus erwachsen auch im Innovationsbereich große Chancen für Kooperationen. Durch enge Zusammenarbeit können beide Länder technologische Lösungen schneller entwickeln, testen und zur Anwendung bringen. Zudem ergibt sich hierdurch auch ein beträchtliches Wachstumspotential für beide Länder und für die EU insgesamt.

Beginn eines strategischen Dialogs

Im Juli 2021 besuchte das niederländische Königspaar Berlin. Bei dieser Gelegenheit fand das erste offizielle Treffen der Unterzeichnenden des Innovationspaktes nach statt. Ziel des Treffens war es, die nächsten Schritte zur gemeinsamen Umsetzung des Innovationspaktes zu formulieren sowie einen strukturierten Dialog der Partner aufzusetzen. Die Teilnehmenden einigten sich darauf, den Dialog im Bereich Mikroelektronik zu beginnen und über Entwicklungen sowie Herausforderungen mit Stakeholdern aus der Halbleiterindustrie zu diskutieren. Geplant ist ein deutsch-niederländischer Roundtable zum Thema European Open Strategic Autonomy and Microelectronics. Vor dem Hintergrund eines veränderten internationalen Umfelds muss die EU ihre geostrategische Position in der Welt neu definieren, um ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Der Vorschlag der EU-Kommission für einen EU-Chips Act zielt genau darauf ab.

Der Innovationspakt wird sich darüber hinaus in diesem Jahr mit weiteren Themen befassen. So wird im Juni auf dem dritten Digitaltag 2022 ein virtuelles deutsch-niederländisches Webinar stattfinden. Diskutiert werden Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der Reallabore sowie die notwendigen politischen Rahmenbedingungen, damit Reallabore in der Praxis wirksam sein können. Ebenfalls im Juni wird der zweite deutsch-niederländische Roundtable zum Thema Strategische Autonomie und Mikroelektronik mit allen Partnern des Innovationspaktes in Berlin stattfinden.