Deutsche Wirtschaft plädiert für Investitionsschutz in Indien

Shobana Kamineni, designierte Präsidentin der Confederation of Indian Industry (CII), und BDI-Präsident Dieter Kempf © Christian Kruppa

Die positiven Wachstumsaussichten Indiens machen das Land für deutsche Investoren zu einem immer interessanteren Markt. Für mehr Investitionen müssen jedoch die Voraussetzungen stimmen. Die deutsche Wirtschaft plädiert deshalb unter anderem für einen Investitionsschutz.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen bleiben aktuell hinter ihrem Potenzial zurück. Darüber sind sich die Teilnehmer des Indo-German Business Roundtable, den der BDI gemeinsam mit der Confederation of Indian Industry (CII) im Januar 2017 in Berlin organisiert hat, einig.

Die positiven Wachstumsaussichten Indiens machen das Land für deutsche Investoren zu einem immer interessanteren Markt. Insbesondere im Bereich Stadtentwicklung entstehen durch das Projekt „100 Smart Cities“ neue Projekte für die Zusammenarbeit. Auch die Ambitionen Indiens mit Blick auf erneuerbare Energien bergen Potenzial.

Rahmenbedingungen für Investitionen müssen stimmen

Für mehr Investitionen müssen jedoch die Voraussetzungen stimmen. Die indische Infrastruktur sowie eine undurchsichtige Bürokratie und Korruption haben deutsche Unternehmen in der Vergangenheit vom Markteintritt in Indien abgehalten. Einige dieser Faktoren haben sich unter Premierminister Narendra Modi nun bereits deutlich gebessert.

Aktuell sind deutsche Investoren durch die Kündigung des bilateralen deutsch-indischen Investitionsschutzabkommens von Seiten der indischen Regierung zusätzlich verunsichert. BDI-Präsident Dieter Kempf wies darauf hin, dass 2013 und 2014 circa 40 Prozent der deutschen Investitionen in Indien durch Garantien der Bundesregierung gesichert waren. Auch wenn deutsche Investoren dem indischen Markt immer größere Bedeutung zukommen ließen, mache sich nun Verunsicherung breit, neue Investitionen könnten zurückgefahren werden. Als Lösungsansatz wurde beispielsweise diskutiert, das Investitionsschutzkapitel, das auch Bestandteil des EU-Indien-Freihandelsabkommens ist, bereits vorab zu verhandeln, bevor die Verhandlungen zu dem Freihandelsabkommen wieder aufgenommen werden.

Zusammenarbeit von Start-ups stärken

Neben dem Thema Investitionsschutz standen konkrete Kooperationsmöglichkeiten deutscher und indischer Firmen auf der Gesprächsagenda. So ging es beispielsweise um die Vernetzung von Start-ups aus Indien und Deutschland oder die Zusammenarbeit beim Ausbau des Ausbildungssystems in Indien. Die zukünftige Präsidentin von CII, Shobana Kamineni, betonte, dass es eine der größten Herausforderung ihres Landes sei, jeden Monat eine Million neue Jobs schaffen zu müssen.