Die Business 7 – Wirtschaftspartner der G7

© Samuel Tessier

Aufgabe der Business 7 (B7) ist es, die Interessen der Wirtschaft der G7-Länder zu konsolidieren und konkrete und umsetzbare Empfehlungen zu entwickeln. Als Teil des G7-Dialogs mit der Zivilgesellschaft unterstützt die B7 so die G7 bei ordnungspolitischen Fragen der Weltwirtschaft. Der BDI vertritt die deutsche Wirtschaft in der B7.

Unter der deutschen Präsidentschaft initiierte die G8 im Jahr 2007 einen Outreach-Prozess, um den Austausch mit der Zivilgesellschaft zu fördern. In diesem Rahmen traf sich die Bundesregierung mit Vertretern von Gewerkschaften, Jugendverbänden, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaft und Wissenschaft aus den G8-Staaten. Der Dialog mit der Zivilgesellschaft ist seitdem ein fester Bestandteil des G7-Prozesses und wird jedes Jahr von der jeweiligen G7-Präsidentschaft durchgeführt.

Um die Positionierung der Wirtschaft in diesem Outreach-Prozess zu koordinieren, wurde 2007 auf Initiative des BDI der „G8 Business Summit“ (B8) ins Leben gerufen. Seit dem Ausschluss Russlands aus der G8 im Jahr 2014 fungiert dieser als B7.

Die B7: Bindeglied zwischen nationaler und internationaler Ebene

Die B7 setzt sich aus den führenden Wirtschafts- und Industrieverbänden der G7-Staaten zusammen. In der B7 behandeln diese gemeinsam die Themen der G7-Agenda und erarbeiten konkrete Handlungsvorschläge. Einmal pro Jahr kommen die B7-Mitgliedsverbände im Rahmen des B7-Gipfels zu einem Treffen mit der jeweiligen G7-Präsidentschaft zusammen und präsentieren dieser ihre Empfehlungen.

Die B7 ist somit ein wichtiges Bindeglied zwischen der internationalen und nationalen Ebene. Sie konsolidiert die Wirtschaftsinteressen der G7-Länder und bietet so einen zentralen Gesprächspartner für einen konstruktiven Dialog. Außerdem leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur Global Governance, indem sie den G7-Prozess mit präzisen Analysen sowie konkreten Lösungsvorschlägen unterstützt. Schließlich begleitet sie durch ihre Mitglieder die nationalen Umsetzungsprozesse der G7-Beschlüsse zu wirtschaftspolitischen Fragen und trägt so zur Effektivität der G7 bei.

Mitglieder der B7 sind:

  • Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Deutschland
  • BusinessEurope, Europäische Union
  • Canadian Chamber of Commerce (CCC), Kanada
  • Confederation of British Industry (CBI), Vereinigtes Königreich
  • Confindustria, Italien
  • Keidanren, Japan
  • Mouvement des Enterprises de France (MEDEF), Frankreich
  • US Chamber of Commerce (USCC), USA

Die CCC hält 2018 den Vorsitz der B7; 2019 wird MEDEF die Leitung übernehmen. Der BDI hatte den Vorsitz 2015 inne.

B7 Schwerpunkte 2018: Inklusives Wachstum, Ressourceneffizienz sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Der letzte B7-Gipfel fand vom 5. bis 6. April 2018 in Quebec City, Kanada statt. Dort beschlossen die Vertreter der B7 ihre gemeinsame Erklärung und überreichten diese der kanadischen Regierung, stellvertretend für die gesamte G7. Geleitet wurden die B7-Delegationen von den jeweiligen Verbandspräsidenten. Die Verbände wurden durch hochrangig besetzte Unternehmerdelegationen begleitet.

Inklusives Wachstum (unter anderem Gesundheit und Infrastruktur), Ressourceneffizienz und Klima sowie KMU bildeten die Schwerpunkte des kanadischen B7-Vorsitzes. Die B7 griff so zentrale Themen der fünf Fokusbereiche der kanadischen Präsidentschaft auf:

  1. Investitionen in Wachstum, das jedem zugute kommt
  2. Zukunft der Arbeit
  3. Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen
  4. Eindämmung des Klimawandels 
  5. ein stabiles globales Sicherheitsgerüst.

Der internationale Handel und der um sich greifende Protektionismus gehörten angesichts aktueller Entwicklungen ebenfalls zu den Kernthemen. Unfaire Handelspraktiken, der Gebrauch handelspolitischer Schutzinstrumente, Überkapazitäten im Stahlsektor und die Zukunft der WTO waren einige der Themen, die weit oben auf der Agenda standen.

Im Jahr 2022 wird der B7-Gipfel wieder in Deutschland stattfinden.