Die Startup-Initiative des BDI

© Fotolia/Rawpixel.com

Die Industrie verändert sich wie kein anderer Wirtschaftsbereich durch das Neue – es ist Antriebskraft und Auswahlverfahren zugleich. Dafür braucht sie innovative wissensintensive Startups, die neue Märkte schaffen, sich ihren Platz in bestehenden industriellen Wertschöpfungsketten erobern oder diese innovativ ergänzen. Der BDI hat die Bedeutung von Neugründungen erkannt und fördert diese.

Technologieoffenheit, Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit der Startups sollen für die Zukunft der deutschen Industrie erschlossen werden. Die Startup-Initiative des BDI hat sich das Ziel gesetzt, Wege für Technologietransfer und Austausch zwischen etablierten und neuen Unternehmen zu bahnen. Handlungsempfehlungen sind gefragt, ebenso Orientierungswissen. Die Politik kann so Startups zielgerichteter fördern, Rahmenbedingungen für ihr Wachstum schaffen und Kooperationen zwischen „Old“ und „New Economy“ herstellen.

Wissen miteinander verbinden

In Deutschland existiert erfreulicherweise eine agile Gründerszene, die neue digitale Geschäftsmodelle, aber auch sozial- und naturwissenschaftliche Innovationen vorantreibt. Carsten Wehmeyer, Leiter der Startup-Initiative, betont dabei die nötige Kooperation zwischen Neugründungen, mittelständischen und großen Unternehmen – und das über Branchen- und Firmengrenzen hinweg. Nur so könnten gemeinsam Technologien entwickelt und erfolgreich am Markt platziert werden. „Das klappt in vielen Fällen schon sehr gut. Wo es hakt, müssen wir für international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sorgen, um den Startup-Standort Deutschland zu stärken“, erläutert der promovierte Wirtschaftsgeograph.

Seiner Einschätzung nach benötigten Industriegründungen und industrienahe Startups eine starke Lobby und spezifische Unterstützung: „Die Gründung und Skalierung eines Industrie-Startups ist oft komplizierter und finanziell aufwendiger als die eines digitalen Geschäftsmodells. Wir brauchen geeignete Finanzierungsinstrumente und natürlich auch die Kompetenzen, aus Prototypen lieferfähige Produkte zu machen“, argumentiert Wehmeyer. Dabei sei die Unterstützung der Politik wichtig, sowohl bei der Rahmensetzung für Wagnis- und Beteiligungskapital, bei der Forschungsförderung als auch bei der Rechts- und Steuerpolitik. Denn „Industrie-Startups sind der Klebstoff für den Standort Deutschland“, findet Wehmeyer.

Etablierte Unternehmen up to date halten

Bekannt ist: Unternehmen altern. Doch wie erneuern sie sich erfolgreich? Sind Instrumente wie Corporate Venturing (industrielle Neugründungen) oder Inkubatoren der richtige Weg? Hier braucht es für die Unternehmen Orientierungswissen über die richtigen Instrumente und Strategien. Dafür sorgt die Startup-Initiative als abteilungsübergreifendes Projekt, indem es in sektoralen und querschnittsorientierten Arbeitsgruppen Orientierungswissen erarbeitet und anschließend in gemeinsamen Handlungsempfehlungen verdichtet. Die Arbeitsgruppen orientieren sich dabei thematisch an den für die Zukunft der deutschen Industrie relevanten Zukunftstechnologien, in denen die Startups aktiv sind: Materialtechnologien, Pharma, Bio- und Gentechnologie, Medizintechnik, Energietechnologien, digitale Geschäftsmodelle/Smart Services und Industrie 4.0 sowie integrierte Mobilität (die Liste wird schrittweise erweitert). Auch die Themen für die Handlungsempfehlungen sind abteilungsübergreifend angelegt, wie Finanzierung, Rechtsrahmen und Steuern, Kooperation und Mittelstand von morgen.