Erfolgreiche Frauen in Afrika: Unternehmerinnen für Entwicklung

Women's Business Breakfast

Women's Business Breakfast beim 3. German-African Business Summit 2019 in Accra, Ghana © BDI

Der BDI engagiert sich in Form von verschiedenen Projekten seit mehreren Jahren für eine Stärkung afrikanischer Unternehmer und Unternehmerinnen. So auch im Rahmen des 3. German-African Business Summit (GABS) im Februar 2019 in der ghanaischen Hauptstadt Accra. „Die Zukunft des afrikanischen Kontinents ist jung und weiblich“, sagte Corinna Franke-Wöller, Leiterin der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE) zum Auftakt des dreitägigen Events.

Mit welchem Ziel fördert die AWE afrikanische Unternehmerinnen?

Unser Ziel ist es, Jobs zu schaffen für die vielen jungen Menschen auf unserem Nachbarkontinent. Dabei möchten wir möglichst zahlreiche deutsche Unternehmen an die spannenden Geschäftschancen in den verschiedenen Partnerländern heranführen. Wir möchten dabei verstärkt auf die Förderung von Frauen setzen. Unsere Programme für berufliche Bildung oder Entwicklung von Unternehmen in Afrika sprechen immer explizit auch weibliche Fach- und Führungskräfte an. Hier erzielen wir überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Innovationskraft und Ideenreichtum aber auch Zuverlässigkeit und seriöses Wirtschaften ist bei Frauen auf dem afrikanischen Kontinent besonders ausgeprägt.

Was erhoffen Sie sich von der Vernetzung von Unternehmerinnen aus Deutschland und afrikanischen Ländern? 

Es hat uns sehr gefreut zu sehen, wie viele Frauen aus Deutschland und Afrika unser Angebot zur Vernetzung angenommen haben. Das zeigt, dass der Gesprächsbedarf groß ist. Es ist wichtig, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren. Ganz konkret ist es aber auch gut, wenn man Ansprechpartner in einem Land hat, das unternehmerisch interessant ist. Das erleichtert die ersten Schritte. Wir erhoffen uns letztlich mehr unternehmerische Projekte. Diese müssen nicht unbedingt von Frauen vereinbart werden. Außer Acht lassen möchten wir diese Möglichkeit aber auch nicht. Das Potenzial dazu ist in jedem Fall vorhanden.

Wo sind die Unterschiede und wo sind die Gemeinsamkeiten der Herausforderungen für Unternehmerinnen in Deutschland und in afrikanischen Ländern?

In Afrika haben Mädchen und Frauen vielerorts mit weitaus größeren Widerständen zu kämpfen als hierzulande, wenn sie selbständig und eigenverantwortlich ihr Leben gestalten wollen. Der Zugang zu Bildung und Kapital ist für Frauen besonders schwierig und oft sind gesellschaftliche Denkmuster noch von einem ganz anderen Frauenbild geprägt. Ich denke, dass vor diesem Hintergrund die Leistung der erfolgreichen Frauen in Afrika nicht zu hoch geschätzt werden kann. Andererseits gibt es Themen, die von beiden Seiten geteilt werden. Diese hängen oft mit unternehmerischen Fragestellungen zusammen, aber auch mit praktischen Fragen wie der Vereinbarkeit von Karriere und Familie.

Was nehmen Sie aus dem Frühstück für Ihre zukünftige Arbeit mit? 

Viele sehr beeindruckende Geschichten und inspirierende Kontakte auf beiden Seiten! Es gab einige sehr bewegende Statements und großes Interesse am Austausch. Wir werden in jedem Fall eine Fortsetzung dieses Formats anstreben. Die Zusammenarbeit mit unseren Partnern, dem BDI und der deutschen Botschaft in Accra, Ghana war hervorragend und ich würde mich freuen, wenn wir für das „Women´s Business Breakfast“ gemeinsam eine Fortsetzung finden.