Europäische Innovationspolitik

Wenn aus Forschung gute Produkte werden, stimmt die Innovationspolitik. Motiv: Greifarm in der industriellen Produktion. Quelle: BDI/fotolia, Mickey Hoo

Eine verlässliche Wachstumsstrategie der Europäischen, aber auch der deutschen Wirtschaft gründet auf Forschung und Innovation.

Nur mit innovativen Produkten kann die europäische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb bestehen. Deshalb sind Forschung und Innovation zu Recht Kernbestandteile der europäischen Strategie „Europa 2020“. Je höher die Investitionen in Forschung und Entwicklung, desto größer ist die Chance auf ein hohes Wirtschaftswachstum. Mit der Leitinitiative „Innovationsunion“ und dem EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 sollen Forschungsergebnisse schneller in innovative Produkte und Dienstleistungen verwandelt werden. Innovationen schaffen neue und sichere Arbeitsplätze aber nur, wenn es gelingt, in Europa innovative Produkte auch herzustellen und damit den Anteil der Wertschöpfung zu erhöhen. Das hohe Innovationspotential der USA und vieler asiatischer Länder (u.a. Südkorea und Japan) verschärft den globalen Konkurrenzdruck für Europas forschende Wirtschaft. Deshalb hängt der Erfolg von „Horizont 2020“ und anderen Europäischen Innovationsförderprogrammen ganz entscheidend von der Beteiligung der europäischen, und insbesondere der deutschen Wirtschaft an diesem Programm ab. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund beschäftigt sich der BDI aktiv mit den untenstehenden Themenfeldern der Europäischen Innovationspolitik.

  • Innovationsunion
    Die Europa-2020-Strategie der Europäischen Kommission hat drei Prioritäten zum Ziel: Intelligentes, Integratives und Nachhaltiges (Wirtschafts-)Wachstum. Diese Ziele werden durch sieben Leitinitiativen verfolgt. Ein zentrales Element dieser Strategie ist die (forschungsgetriebene) Innovation, die sich in der Initiative Innovationsunion, die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums (EFR) und das derzeit laufende EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ niederschlägt. Die Innovationsunion ist ein Paket von konkreten Maßnahmen der EU-Kommission, um die Bedingungen für die Forschungs- und Innovationsförderung im Privatsektor in Europa zu verbessern.
  • Horizont 2020
    Das achte EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation – Horizont 2020 – hat eine Laufzeit von 2014-2020 und ist mit einem Gesamtbudget von 70 Milliarden Euro ausgestattet. Horizont 2020 soll in der EU eine wissensgestützte, innovationsaffine Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufbauen. Horizont 2020 ist als eine zentrale Maßnahme zur Umsetzung der Ziele der Europa 2020-Strategie und Innovationsunion zu verstehen. Innovationen bei Produkten, Dienstleistungen und Prozesse sind zentrale Elemente einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft in Deutschland und Europa. Deshalb wurde Horizont 2020 durch die Integration des Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (EIT), Elemente des ehemaligen Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) zum regulären Forschungsprogramm (FP7) speziell auf Innovationsförderung ausgerichtet. Ziel soll es sein, durch verschiedene Maßnahmen Innovationen entlang der gesamten Innovationskette – von der Grundlagenforschung bis hin zur Verwertung bzw. die Markteinführung von neuentwickelten Produkten – zu fördern.

Der BDI bringt sich aktiv in den Entstehungs- und Verhandlungsprozess von Horizont 2020 ein. Koordiniert wird diese Arbeit durch den 2011 gegründeten Arbeitskreis „Europäische Forschungs- und Innovationspolitik“ des FIT-Ausschusses. Zielsetzung ist die Sicherstellung der innovations- bzw. wirtschaftsfreundlichen Ausgestaltung der Beteiligungsregeln von Horizont 2020, um die Teilnahme an EU-Forschungsrahmenprogrammen für die forschende Wirtschaft wieder attraktiver zu machen. Konkrete Arbeitsfelder sind: