G7-Initiative „Vision Zero Fund“

Renate Hornung-Draus © BDA

Die G7-Länder setzen sich mit einem Fonds für bessere Arbeitsbedingungen in Produktionsländern ein. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Produktionsländern müssen die dortigen Regierungen beim Aufbau von Kapazitäten unterstützt werden. Unternehmen können diese Bemühungen ergänzen.

Im Rahmen ihrer G7-Präsidentschaft im Jahr 2015 hatte die deutsche Bundesregierung das Thema „Gute Arbeit weltweit durch nachhaltige Lieferketten fördern“ auf die Agenda gesetzt. Als Ergebnis dieser Initiative haben die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten bei ihrem Gipfeltreffen im Juni 2015 die Einrichtung eines globalen Fonds zur Prävention von Arbeitsunfällen in den Produktionsländern – einen „Vision Zero Fund“ – beschlossen. Der globale Präventionsfonds wird bei der Internationalen Arbeitsorganisation mit dem Ziel aufgebaut, die Arbeitsbedingungen in ärmeren Produktionsländern zu verbessern. Aus dem Fonds sollen öffentliche und auch von Sozialpartnern, Unternehmen und Nicht-Regierungsorganisationen getragene Präventionsmaßnahmen zum Arbeitsschutz finanziert werden. Diese sollen sich sowohl auf die öffentliche Infrastruktur, wie Arbeitsinspektionen und Unfallversicherungen, als auch auf unternehmenseigene Prozesse, zum Beispiel Training von Management und Belegschaft im Arbeitsschutz, beziehen. Aus den G7-Staaten sind für den Fonds sieben Millionen Euro zusammengekommen: von Deutschland drei Millionen Euro, den USA eine Millionen Euro und der EU ebenfalls drei Millionen Euro. Frankreich und Italien haben sich zu Sachleistungen verpflichtet wie zum Beispiel Sicherheitstrainings vor Ort.

Sozialpartner sind an der Steuerung des Fonds beteiligt

Die BDA hat die Interessen der deutschen Wirtschaft beim Prozess zur Erstellung des „Vision Zero Fund“ vertreten und deutlich gemacht, dass zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern in erster Linie die Regierungen dieser Länder beim Aufbau staatlicher Kapazitäten zum Arbeitsschutz unterstützt werden müssen. Unternehmen können diese Bemühungen ergänzen, jedoch kein Ersatz für staatliches Handeln sein. Entsprechend hat sich die BDA gegenüber der Bundesregierung dafür eingesetzt und auch erreicht, dass sich diese Differenzierung zwischen staatlicher und unternehmerischer Verantwortung auch in der Aus-gestaltung des „Vision Zero Fund“ und dessen Finanzierung widerspiegelt. So ist die finanzielle Beteiligung globaler Unternehmen ausdrücklich freiwillig und erfolgt – anders als im ursprünglichen Konzept vorgesehen – nur zusätzlich zur Finanzierung durch die Regierungen. Durch die Ansiedlung des Fonds bei der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) konnte die BDA zudem sicherstellen, dass die Sozialpartner eng in die Steuerung des Fonds eingebunden werden.

Renate Hornung-Draus ist Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Leiterin der Abteilung Europäische Union und Internationale Sozialpolitik der BDA. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen der europäischen und internationalen Sozialpolitik und CSR.