Gemeinsam die Globalisierung meistern

Globalisierung hat einer Vielzahl von Menschen Wohlstand beschert und die Welt enger miteinander vernetzt. Allerdings verbinden viele Bürger mit der Globalisierung auch Nachteile und Ängste. Um eine Debatte über globale Herausforderungen und die Gestaltungsmöglichkeiten der EU anzustoßen, hat die Europäische Kommission nun den Bericht „Globalisierung meistern“ veröffentlicht.

Das Reflexionspapier verweist darauf, dass die Globalisierung Innovation vorangetrieben, Arbeitsplätze geschaffen, den Wettbewerb und den Konsum gefördert hat. Danach leisten in Europa jede Milliarde Euro an Ausfuhren einen Beitrag zur Sicherung von 14.000 Arbeitsplätzen. In den Entwicklungsländern seien hunderte Millionen von Menschen von der Armut befreit worden. Doch auf der anderen Seite habe der Übergang zu einer global eng verknüpften Wirtschaft auch Ungleichheiten verursacht: Viele Menschen in den westlichen Ländern hätten ihre Arbeit verloren. Darüber hinaus hätten Migrationsströme vielerorts zu sozialen Spannungen geführt.

Was bringt die Zukunft?

Einen wesentlichen Beitrag zur Globalisierung trage der technologische Fortschritt einschließlich der Digitalisierung. Dabei stellt die Kommission fest, dass die Welt noch in der Anfangsphase der Digitalisierung stehe: Der Trend zu Automatisierung, E-Commerce, virtuellen Finanzdienstleistungen und erneuerbaren Energien würden in Zukunft noch bedeutsamer. Die Kommission betont wie wichtig es sei, die Möglichkeiten der Digitalisierung voll auszunutzen. Zugleich müsse man die damit verbundenen Herausforderungen effektiv angehen. Zum Beispiel würden künftig viele Aufgaben in Fabriken nicht mehr von Angestellten ausgeführt, sondern von Maschinen. Die Rolle des Menschen in Unternehmen ändere sich grundlegend. Hierauf müsse mit langfristigen Bildungsmaßnahmen und Arbeitsmarktreformen reagiert werden.

Was muss die EU tun?

Auf internationaler Ebene setzt sich die Europäische Kommission für eine faire und auf Regeln basierende globale Ordnung ein, zum Beispiel über die Weiterentwicklung des WTO-Systems und Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung. Konkrete Vorschläge der Kommission für auswärtiges Handeln umfassen beispielsweise eine Investitionsoffensive in Drittländern, um dort nachhaltiges Wachstum zu fördern und Migrationsdruck abzubauen. Mit Bezug auf ausländische Übernahmen von Technologieführern in Europa, vor allem durch Staatskonzerne aus relativ abgeschotteten Märkten, kündigt die Kommission eine sorgfältige Analyse und geeignete Maßnahmen an.

Innerhalb der EU setzt sich die Kommission für den besseren sozialen Schutz der Bürger ein: Der durch den Handel geschaffene Wohlstand müsse gleichmäßiger verteilt werden. Außerdem solle der Binnenmarkt gestärkt und modernisiert werden. Dafür kündigt die Kommission unter anderem die Unterstützung für verschiedene Projekt im Bereich Energieeffizienz und Innovationsförderung an.