Ghana macht Ernst

Holger Lösch, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI und Ken Ofori Atta, Finanzminister der Republik Ghana

Holger Lösch, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI und Ken Ofori Atta, Finanzminister der Republik Ghana © BDI

„Ghana entwickelt sich zu einem interessanten Markt für deutsche Unternehmen“, so Holger Lösch, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI, beim deutsch-ghanaischen Wirtschaftsdialog in Berlin. Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo hat ein klares Ziel vor Augen: Ghana zum wirtschaftsfreundlichsten Land in Afrika machen. Mit Maßnahmen wie großen Infrastrukturprojekten, verbesserter Ausbildung der Arbeitskräfte und Korruptionsbekämpfung soll sich die Attraktivität des Landes für Auslandsinvestitionen erhöhen.

Auf dem G20-Investitionsgipfel in Berlin sagte Präsident Akufo-Addo: „Wir möchten nicht mehr Nutznießer von Wohltätigkeit sein, sondern selbstbestimmt handeln. Um vollen Nutzen zu ziehen aus dem Compact-with-Africa und Investitionen anzuziehen, müssen wir Bedingungen für Investitionen schaffen, damit Ghanas Wirtschaft florieren kann.“

 

Move Ghana Beyond Aid

 

Auch der Finanzminister der Republik Ghana, Ken Ofori Atta, betonte den Willen der ghanaischen Regierung, sich unabhängig von der Entwicklungszusammenarbeit zu machen – „Move Ghana Beyond Aid“. Um dies zu erreichen, habe die ghanaische Regierung der Bildung höchste Priorität eingeräumt. Letztes Jahr führte Ghana die kostenlose Sekundarschule ein – eine dreijährige Ausbildung, die zur allgemeinen Hochschulreife führt. Der Fokus auf die Entwicklung des Humankapitals Ghanas komme auch deutschen Unternehmen zugute, die in Ghana bereits aktiv sind oder aktiv werden wollen, so der Minister.

 

Ghana ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands in Subsahara-Afrika. Im Jahr 2017 war Ghana der fünftgrößte Markt für deutsche Exporteure – direkt nach Südafrika, Nigeria, Äthiopien und Kenia. Für das Jahr 2018/19 erwartet die Weltbank eine BIP-Wachstumsrate von 7,8 Prozent.  

 

Ghana sicherte sich den Zugang zum EU-Markt

 

Für Ghana wiederum ist die EU der wichtigste Handelspartner (20,9 Prozent). Dies macht die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Economic Partnership Agreements, EPAs) zwischen der Europäischen Union (EU) und den Ländern Afrikas zu einem bedeutenden Thema für Ghana.Da Ghana nicht bereit war, auf die Unterzeichnung eines regionalen EPAs für Westafrika zu warten, hat es in der Zwischenzeit ein Übergangsabkommen ratifiziert. Damit sicherte es sich den freien Marktzugang in den für seine Wirtschaft wichtigen Absatzmarkt (insbesondere für verarbeitete Kakaoprodukte, pflanzliche Produkte, Obst und Fisch). Einige der ghanaischen Exporteure sind fast ausschließlich auf den EU-Markt angewiesen. Ihre Produkte wären von zusätzlichen Zöllen betroffen, hätte Ghana das EPA nicht ratifiziert. Zudem reduziert das EPA die Importzölle auf viele Zwischenprodukte und kann somit die Rentabilität bei Unternehmen in Teilsektoren der verarbeitenden Industrie durch niedrigere Eingangspreise erhöhen.

 

Anlässlich des Deutschlandbesuchs einer ghanaischen Regierungsdelegation lud der BDI gemeinsam mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft und dem Ghanaischen Investitionsförderungszentrum zum deutsch-ghanaischen Wirtschaftsdialog mit dem Finanzminister der Republik Ghana ein. Ziel der Veranstaltung war es, sich über Geschäftsmöglichkeiten in Ghana auszutauschen und Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen zu diskutieren.

 

Treffen afrikanischer und deutscher Regierungs- und Wirtschaftsvertreter in Accra 2019

 

Vom 11. bis 13. Februar 2019 wird der BDI den Dialog um die Zukunft deutsch-afrikanischer Wirtschaftsbeziehungen in der ghanaischen Hauptstadt Accra fortführen - auf dem dritten Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsgipfel (German-African Business Summit, GABS). Der GABS ist Deutschlands bedeutendste Wirtschaftsveranstaltung in Afrika. Alle zwei Jahre treffen sich führende Regierungs- und Wirtschaftsvertreter aus Deutschland und der Region Sub-Sahara Afrika, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland, Europas am schnellsten wachsender Wirtschaft, und der am schnellsten wachsenden Region der Welt zu diskutieren und zu fördern.

 

Der GABS wird von der Subsahara-Afrika-Initiative der deutschen Wirtschaft (SAFRI) organisiert und von dem SAFRI-Vorsitzenden, Prof. Dr. Heinz-Walter Große, dem Vorstandsvorsitzenden der B. Braun Melsungen AG, geleitet. Mehr Informationen zum GABS finden Sie hier.