Handel und Investitionen statt Entwicklungshilfe

© BDI

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Ein riesiger Zukunftsmarkt mit hohem Wirtschaftswachstum und Ressourcenreichtum. Der afrikanische Kontinent birgt großes Potential. Führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft verfolgen deshalb auf dem German-African Business Summit (GABS) ein gemeinsames Ziel: Mehr Schwung in die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der am schnellsten wachsenden Weltregion zu bringen.

Mit einem durchschnittlichen Wachstum von sechs Prozent in den vergangenen Jahren und mehreren afrikanischen Staaten, die inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt gehören, hat sich Afrika von einem Kontinent der Herausforderungen zu einem Kontinent der Chancen entwickelt – auch für die deutsche Wirtschaft.

Dies steht im Fokus des diesjährigen Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsgipfels (German-African Business Summit, GABS) in der westafrikanischen Metropole Accra in Ghana. Die bedeutendste Wirtschaftsveranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent führt alle zwei Jahre führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik in einer Wirtschaftsmetropole Afrikas zusammen. Ziel ist es, mehr Schwung in die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der am schnellsten wachsenden Weltregion zu bringen. Denn auch nach der deutschen G20-Präsidentschaft ist das deutsche Interesse groß. „In den kommenden Jahren werden die Märkte in Subsahara-Afrika weiterwachsen. Sich jetzt nicht zu engagieren, heißt, die Märkte der Zukunft der asiatischen Konkurrenz zu überlassen“, betonte Stefan Mair, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, zum Auftakt der Veranstaltung.

Unternehmen den Weg nach Afrika ebnen

„Für wachstumsorientierte deutsche Unternehmen ist es ein Muss, afrikanische Märkte zu erschließen“, meint auch Heinz-Walter Große, Vorsitzender der Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI). Denn afrikanische Märkte werden für deutsche Unternehmen durch steigende Kaufkraft und Nachfragen nach deutschen Produkten sowie wachsende Investitionen zunehmend interessanter.

Die Afrikapolitik der Bundesregierung hat bereits in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel vollzogen. Der „Marshallplan mit Afrika“, der 2017 durch Bundesentwicklungsminister Müller in Nairobi vorgestellt wurde, sieht ein Umdenken von klassischer Entwicklungshilfe zu wirtschaftlicher und politischer Zusammenarbeit vor. Auch im Rahmen des G20 Compact with Africa, den unter anderem auch Ghana unterzeichnet hat, sollen private Investitionen gefördert werden. Insbesondere kleine und mittelständische Firmen, die von Investitionen in Afrika aufgrund erhöhter Risiken oder fehlender Finanzierungsmöglichkeiten bisher absehen, sollen mit dem neuen Entwicklungsinvestitionsfonds von einer Milliarde Euro gestärkt werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Energiesektor, da die häufig unregelmäßige Stromversorgung in vielen afrikanischen Ländern zu den größten Hemmnissen wirtschaftlicher Entwicklung zählt. 

Der Deutsch-Afrikanische Wirtschaftsgipfel wird von der Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) ausgerichtet. Trägerorganisationen von SAFRI sind der BDI, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und der Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft.

Am diesjährigen Treffen der deutschen und afrikanischen Wirtschaft werden Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie der ghanaische Staatspräsident Nana Akufo-Addo teilnehmen. Von Seiten der Industrie sind bekannte Unternehmen wie B. Braun, Robert Bosch, SAP, Siemens, Voith und Volkswagen auf dem Wirtschaftsgipfel vertreten.