HySupply: Deutsch-Australische Machbarkeitsstudie zu erneuerbarem Wasserstoff

Mit erneuerbaren Energien aus Australien und deutscher Technologie kann grüner Wasserstoff hergestellt werden. © amophoto/AdobeStock

Erstmalig untersuchen der BDI und acatech, ob und wie eine interkontinentale Lieferkette von erneuerbarem Wasserstoff zwischen zwei Industriestaaten machbar ist. Das Ziel ist es, echte Geschäftsmodelle zu identifizieren, um den Weg für eine langfristige Wasserstoffpartnerschaft zwischen Deutschland und Australien zu ebnen.

Das Projekt ist ein Ergebnis des vorausgegangenen acatech/BDI-Kooperationsvorhaben „Wege in die Energiezukunft“, bei dem die letzte Fact-Finding-Mission nach Australien führte. Eine deutsche Delegation traf sich dort mit führenden Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Bereich Wasserstoff. Die wichtigste Erkenntnis der Reise: Australien ist ein idealer Partner für eine langfristige Wasserstoffpartnerschaft mit Deutschland.

Australien ist reich an erneuerbaren Energien und verfügt über geringe Stromgestehungskosten für erneuerbarem Strom. Als einer der größten Energieexporteure hat das Land hervorragende Kompetenzen und Infrastrukturen für den Export von Rohstoffen. Um dieses Potenzial nutzen zu können, braucht Australien großskalige Wasserstoff-Technologien, allen voran im Bereich Elektrolyse. Während Deutschland derzeit Marktführer im Bereich Elektrolysetechnologien ist, wird das Land zukünftig einen großen Bedarf an CO2-armen Wasserstoffimporten haben. Eine mögliche Win-win-Situation!

Ziele des Projekts

HySupply verfolgt in erster Linie das Ziel anhand einer Machbarkeitsstudie mögliche Geschäftsmodelle für die Lieferkette von erneuerbarem Wasserstoff zwischen beiden Ländern zu untersuchen. Dazu soll ein deutsch-australisches Team aus führenden Unternehmen und Fachleuten aus der Wissenschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette bestehende regulatorische, ökonomische und technische Hemmnisse identifizieren, die für die Entwicklung einer „Wasserstoff-Brücke“ zwischen Australien und Deutschland überwunden werden müssen. Dabei wird das Team von einem breiten Kreis an Stakeholdern, die über zusätzliche Expertise verfügen, unterstützt. Erste Zwischenergebnisse werden für 2021 erwartet.

Das Projekt HySupply untersucht, wie eine Wasserstoff-Lieferkette mit Australien aussehen könnte. © BDI

Wichtig für das Projekt ist es schnell, konkret und in großen Dimensionen zu agieren. Deshalb versteht sich HySupply von Anfang an als eine Plattform für den kontinuierlichen Austausch und Dialog mit den australischen Partnern. Darüber hinaus wird aktiv das Match-Making von deutschen und australischen Unternehmen betrieben, um bereits während der Laufzeit des Projekts die richtigen Stakeholder zusammenzubringen. Damit soll die Anbahnung von konkreten Umsetzungsprojekten im industriellen Maßstab unterstützt werden.

Mitglieder der deutschen Projektgruppe

Auf deutscher Seite leiten Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, und Robert Schlögl, Direktor Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft und Mitglied acatech, das Projekt. Aus der Industrie wirken eine Reihe von Unternehmen und Verbände mit, darunter Air Liquide S.A., BASF SE, E.ON SE, Hafenbetrieb Rotterdam, Deutsche Lufthansa AG, Linde GmbH, Mineralölwirtschaftsverband e.V. (MWV), RWE Supply & Trading GmbH, Siemens Energy AG und thyssenkrupp Steel Europe AG.

Zudem bringen Fachexperten aus Universitäten und Instituten ihre Expertise ein, darunter Veronika Grimm (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Christian Growitsch (Fraunhofer Gesellschaft), Christopher Hebling (Fraunhofer ISE), Andreas Löschel (Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Karen Pittel (ifo Institut), Peter Wasserscheid (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Michael Sterner (Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg) und Maike Schmidt (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung BW, ZSW).

Bedeutung des Projekts

Die Verfügbarkeit von klimaneutralem Wasserstoff in ausreichenden Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen ist Voraussetzung, um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2050 zu erreichen ohne, dass wichtige Wertschöpfungsketten der deutschen Industrie verloren gehen. Dies kann nur durch einen globalen Wasserstoffmarkt und mit internationalen Wasserstoffpartnerschaften erreicht werden. Gleichzeitig bietet ein solcher Markt große industriepolitische Potenziale für den Export von Wasserstoff-Technologien aus Deutschland. Die Nationale Wasserstoffstrategie widmet deshalb zwei Milliarden Euro für den Aufbau von internationalen Partnerschaften zu Wasserstoff.

Um solche internationalen Partnerschaften umsetzen zu können, müssen insbesondere Fragen zum interkontinentalen Transport von Wasserstoff geklärt werden. Das Projekt leistet somit wichtige Vorarbeit, um den Aktionsplan der Nationalen Wasserstoffstrategie zum Aufbau eines globalen Wasserstoffmarkt umzusetzen und um die Technologieführerschaft Deutschlands zu bestärken. Zudem intensiviert es den Austausch mit einem Exporteur fossiler Brennstoffe und wirkt damit zugunsten einer globalen Energiewende.