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Bündnis für Cybersicherheit: Industrie und Innenministerium intensivieren Kooperation

Deutsche Unternehmen sehen Cyberangriffe als das zweitbedeutendste Geschäftsrisiko nach Betriebsunterbrechungen an. Um wirksam die Cyberresilienz Deutschlands zu stärken, bedarf es daher einer engeren Zusammenarbeit von Unternehmen und Behörden. Das Bündnis für Cybersicherheit zeigt, wie Staat und Wirtschaft in 36 Cybersicherheitsinitiativen kooperieren. Auch zu internationalen Cybersicherheitsthemen wollen sich die Akteure enger abstimmen.

Digitale Wirtschaftsspionage, CEO-Fraud und Erpressungsmails: Nur drei Beispiele, die zeigen, mit welchen Maschen Cyberkriminelle versuchen, Unternehmen im digitalen Raum zu schaden. Allein der deutschen Industrie ist so im vergangenen Jahr ein Schaden von 223 Milliarden Euro entstanden. Fast neun von zehn Unternehmen waren betroffen. Umso wichtiger ist es, dass Staat und Wirtschaft ihre Kooperation zur Stärkung der Cyberresilienz des Wirtschaftsstandortes Deutschland intensivieren und bestehende Kooperationsformate von noch mehr Akteuren genutzt werden.

Enge Kooperation zwischen BDI und BMI

Vor diesem Hintergrund wurde im September 2018 von Bundesinnenminister Horst Seehofer und dem damaligen BDI-Präsident Dieter Kempf das Bündnis für Cybersicherheit initiiert. Mit dem Bündnis leisten das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gemeinsam einen Beitrag zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag der damaligen Regierung von CDU/CSU und SPD, niedergeschriebenen Cybersicherheitsziele. Das Bündnis soll die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft im nationalen und im internationalen Kontext des Themas Cybersicherheit verbessern. Ein weiteres Ziel ist es, Projekte, die die digitale Souveränität Deutschlands stärken, zu identifizieren und zu prüfen.

Übersicht zu nationalen Cybersicherheitsinitiativen

BDI und BMI haben 2021 in enger Kooperation die zweite Auflage einer kompakten Übersicht zu bestehenden Cybersicherheitsinitiativen erstellt. Wenn ein Unternehmen den Austausch mit anderen Unternehmen zu Cybersicherheitsthemen vertiefen will, muss bisher oft lang im Web gesucht werden, um die für einen passende Cybersicherheitsinitiative zu finden. Mit der Übersicht helfen BDI und BMI, diese Suche sowohl für staatliche als auch private Akteure zu erleichtern. So können bestehende Kooperationen von Unternehmen zukünftig besser genutzt und die Verzahnung zwischen den Initiativen gestärkt werden.

Neben den bekannten bundesweiten Initiativen wie der Allianz für Cybersicherheit und Deutschland sicher im Netz beinhaltet die Übersicht regionale (It´s.BB - Das IT-Sicherheitsnetzwerk Berlin-Brandenburg) und lokale (Cyber Security Cluster Bonn, Sicherheitsnetzwerk München) Kooperationsformate. Die Übersicht wurde mittels einer breit angelegt Umfrage in Wirtschaft und Staat erstellt. Dennoch erhebt die Übersicht keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll vielmehr als lebendes Dokument verstanden und fortlaufend aktualisiert werden.

Die über 36 gelisteten Kooperationsinitiativen verdeutlichen, wie eng bereits Staat und Wirtschaft in zahlreichen Formaten kooperieren. Das Bewusstsein für die unzähligen sehr guten Informationsquellen, deren Gesprächskreise sowie Veranstaltungen im Bereich Cybersicherheit muss weiter erhöht werden. Langfristig wäre zudem eine engere Kooperation zwischen den Initiativen sinnvoll. Um diesen Gedanken weiter voranzutreiben, werden BMI und BDI in Zukunft in einem geeigneten Dialogformat - wie etwa im Rahmen der Allianz für Cybersicherheit - zur Optimierung der Kooperation und zu einer besseren Vernetzung von Staat und Wirtschaft einladen.

Engere Abstimmung zu internationalen Cybersicherheitsthemen

Angesichts der internationalen Vernetzung und der globalen Handelsaktivitäten deutscher Unternehmen, ist es nicht ausreichend, Cybersicherheit ausschließlich national zu denken. Vielmehr muss sie in einen globalen Kontext eingebettet werden, denn Cyberangriffe und die Cybersicherheitsregulierungen ausländischer Staaten machen an nationalen Grenzen nicht halt. Aus diesem Grund organisieren BDI und BMI Dialog-Formate zur Intensivierung des Austausches von Vertreterinnen und Vertretern aus Ministerien und Wirtschaft zu internationalen Cybersicherheitsfragen. So fand am 5. Oktober 2021 ein Webtalk zu cyber-resilient Infrastrukturen unter Beteiligung von Staatssekretär Dr. Markus Richter (BMI), Charge d'ffaires Woodward Clark Price (US-Botschaft) und dem Under Secretary Robert Silvers (U.S. Department of Homeland Security) sowie weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus deutschen und US-Amerikanischen Behörden und Unternehmen statt.

Ziel ist es, einen besseren Informationsfluss zwischen Industrie und Bundesministerien zu gewährleisten. So kann die Industrie beispielsweise aus erster Hand über ihre Erfahrungen mit der Umsetzung von Cybersicherheitsgesetzen in Drittstaaten berichten. Diese Erkenntnisse können die Bundesministerien wiederum in ihren Gesprächen mit den entsprechenden Drittstaaten nutzen. Damit kann mittelfristig das Geschäftsumfeld deutscher Unternehmen im Ausland verbessert werden.