Innovation ist messbar

Jungvieh auf der Alm

Die Schweiz – das ist mehr als Kühe, Käse und Berge. Die Schweiz ist auf Platz 1 des Innovationsindikators 2015. © fotolia/by-studio

Wie innovationsfähig sind wir? Das erfahren wir vom Innovationsindikator, den dieses Jahr erstmals BDI und acatech gemeinsam herausgeben.

Wo steht Deutschland im Vergleich seiner Hauptwettbewerber im internationalen Innovationswettbewerb? Welche Faktoren spielen für unsere Innovationsfähigkeit eine Rolle und wie können diese beeinflusst werden? Mit welchen Methoden sind sie messbar? Welche Handlungsempfehlungen kann man aus den Ergebnissen ableiten und wie schnell würde sich etwas ändern, wenn man etwas veränderte?

Diesen Fragen geht der seit 2005 vom BDI und der Deutsche Telekom Stiftung initiierte Innovationsindikator, der 2015 in einer Kooperation zwischen dem BDI und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) fortgeführt wird, nach. Der nächste Innovationsindikator erscheint Ende des Jahres in Berlin.

Der Innovationsindikator wird von einem unabhängigen wissenschaftlichen Team erarbeitet: Das Konsortium besteht aus dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.

Zentrale Grundprinzipien des Innovationsindikators:

  1. Hohe Aktualität der Ergebnisse durch Verwendung von Prognose und Hochrechnungsverfahren („Now-Casting“) für die Einzelindikatoren: Alle Indikatoren werden auf das jeweilige Vorjahr des Erscheinungsdatums bezogen.
  2. Modellgestützter Ansatz bei der Indikatorauswahl: Jeder einzelne der 38 Indikatoren wurde auf Basis seines statistisch überprüften Erklärungswertes für die nationalen Innovationsleistungen ausgewählt. Auf diese Weise wird sowohl die Übersichtlichkeit als auch die Relevanz der Ergebnisse sichergestellt.
  3. Unterteilung der Indikatoren nach Input/Output und Subsystemen (Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Staat, Gesellschaft): Dies ermöglicht detailreiche Analysen der Stärken und Schwächen einzelner Länder und trägt so zur Erarbeitung zielgerichteter Handlungsempfehlungen bei.
  4. Einbeziehung harter und weicher Indikatoren: Innovationstätigkeiten hängen sowohl von direkt messbaren Faktoren wie den zur Verfügung stehenden finanziellen und personellen Ressourcen als auch von eher weichen, nicht unmittelbar messbaren Faktoren wie zum Beispiel gesellschaftlichen Einstellungen ab. Der Innovationsindikator sammelt auch relevante Daten für diese weichen Faktoren, um Innovationssysteme in ihrer Gesamtheit abbilden zu können. Das unterscheidet ihn von vielen anderen Innovationsrankings.

Profile für einzelne Länder, die Entwicklung von Einzelindikatoren sowie Vergleiche zwischen verschiedenen Ländern können auf der Internetseite www.innovationsindikator.de selbst erstellt werden. Dort findet sich auch eine ausführliche Dokumentation der Methoden und der verwendeten Indikatoren im elektronisch verfügbaren Methodenbericht. Die Website bietet darüber hinaus regelmäßig Hintergrundartikel zu ausgewählten Innovationsthemen. Eine englischsprachige App für Tablet-PCs gibt es im App-Store (für iOS) und im Google Play Store (für Android). Sie bietet weitere Inhalte in Form von Interviews oder interaktiven Grafiken sowie mit „My Indicator“ auch ein interaktives Tool zur Datenanalyse.