Innovationsindikator 2014 – Ergebnisse

Deutschland belegt im Innovationsindikator Rang 6. Dies ist im internationalen Vergleich gut. Doch zuletzt konnte sich die Bundesrepublik nicht weiter verbessern und verlor sogar leicht an Boden. Wertschöpfung, Wachstum und Wohlstand beruhen aber ganz wesentlich auf der Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen und zu nutzen. Um die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern – von der Digitalisierung vieler Lebens und Arbeitsbereiche über die Energiewende bis hin zu einer hochwertigen und leistbaren Gesundheitsversorgung für alle – sind eine ständige Erneuerung der wirtschaftlichen Strukturen sowie Innovationsanstrengungen aller Akteure notwendig.

Der Strukturwandel hin zu Hochtechnologiebranchen und wissensintensiven Dienstleistungen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren allerdings ins Stocken geraten. Und die Innovationsleistung der Wirtschaft konzentriert sich immer mehr auf wenige Branchen und große Unternehmen.

Deutschland befindet sich im Innovationsindikator 2014 auf dem sechsten Platz von 35 Ländern. Mit einem Indikatorwert von 56 Zählern liegt es deutlich hinter den führenden Ländern Schweiz (76 Punkte) und Singapur (65 Punkte). Der Abstand zu den unmittelbar vor Deutschland liegenden Ländern Schweden (56), Belgien (58) und Finnland (60) ist relativ gering. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Indikatorwert Deutschlands kaum verändert, auch die Rangplatzierung ist dieselbe. Im längerfristigen Vergleich konnte Deutschland seinen Aufholprozess, der 2005 startete, absichern, aber nicht fortführen. Nach 2010 fand keine Verbesserung der deutschen Innovationsleistung im Vergleich zu den wichtigsten Wettbewerbern statt.

Die von der Bundesregierung neu aufgelegte Hightech-Strategie weist in die richtige Richtung: Der Fokus auf sechs Zukunftsaufgaben (digitale Wirtschaft, nachhaltiges Wirtschaften, innovative Arbeitswelt, gesundes Leben, intelligente Mobilität, zivile Sicherheit) muss stärker mit den Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und zur Erhöhung der Innovationsdynamik verknüpft werden. Für den Erfolg in den Zukunftsfeldern sind eine größere Offenheit gegenüber Neuem in der Gesellschaft, ein innovationsorientierter rechtlicher Rahmen sowie ausreichende private und öffentliche Investitionen notwendig. Dies erfordert die enge, konstruktive Zusammenarbeit vieler Bundesressorts. Hierfür sollte die Bundesregierung in ihren Reihen verbindliche Aufgaben verteilen.

  • Sie sollte für jede Zukunftsaufgabe einen ressortübergreifenden Aktionsplan erstellen und umsetzen.
  • Die Wirkung der Hightech-Strategie hängt an der zügigen und kraftvollen Umsetzung der Pläne.Dabei sind auch zusätzliche Investitionen des Staats notwendig.