Kooperationen eröffnen beiderseitig Chancen

Boroo Gold Mine in Bayangol im Norden der Mongolei © Deutsch-Mongolischer Unternehmerverband (DMUV)

Die deutsche Industrie ist bei Metallen stark von Importen aus dem Ausland abhängig. Um die Versorgung mit nicht-energetischen, mineralischen Rohstoffen zu unterstützen, hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem BDI in 2010 eine Rohstoffstrategie vorgelegt. Die bilateralen Rohstoffpartnerschaften und Rohstoffabkommen sind dabei ein zentrales Element.

„Rohstoffsicherung kann keine Einbahnstraße sein. Es geht darum, die Interessen sowohl der rohstofffördernden als auch der rohstoffimportierenden Länder wie Deutschland zu berücksichtigen, sinnvoll in Ausgleich zu bringen und im Sinne gemeinsamer Vorteile fortzuentwickeln.“ BMWi, 2010

Ziel der Rohstoffpartnerschaften ist es, einen Rahmen zu schaffen, die Rohstoffversorgung Deutschlands und seiner Unternehmen nachhaltig und langfristig zu verbessern und gleichzeitig rohstoffreiche Länder zu unterstützen, ihren Rohstoffsektor weiter zu entwickeln sowie zusätzliche Wertschöpfung aufzubauen. Bislang hat Deutschland solche Partnerschaften mit der Mongolei (2011), Kasachstan (2012) und Peru (2014) abgeschlossen. Darüber hinaus besteht ein Abkommen mit Chile (2013) zur Zusammenarbeit im Rohstoffbereich.

Zu den gemeinsamen Schwerpunkten zählen:

  • die Erkundung, Erschließung, Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen,
  • die Schaffung und der Ausbau der notwendigen technischen Infrastruktur,
  • die Verbesserung der Ressourceneffizienz,
  • Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards bei der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung
  • Aus- und Weiterbildung und die Qualifizierung von Fachkräften im Rohstoffsektor

Der BDI unterstützt das strategische Instrument der Rohstoffpartnerschaft als ein wichtiges Element der gemeinsam entwickelten Strategie und setzt sich für eine effiziente Ausgestaltung und erfolgreiche Umsetzung ein. Vor dem Hintergrund starker Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten und möglichen Versorgungsrisiken, sollten die bestehenden Rohstoffpartnerschaften weiterentwickelt werden. Das Ziel sollte sein eine „Win-win-Situation“ für beide Partnerländer zu schaffen. Aus diesem Grund schlägt der BDI vor, die Zusammenarbeit in den Rohstoffpartnerschaften um Sekundärrohstoffe zu erweitern und das Know-how der deutschen Industrie im Bereich Recycling für die bestehenden Partner nutzbar zu machen. Deutschland verfügt über eine ausgeprägte Recyclingwirtschaft und hat eine der weltweit besten Recyclingquoten. Dieses Know-how könnte einen wichtigen Beitrag bei der nachhaltigen Entwicklung der Rohstoffpartnerländer leisten.

Zur konstruktiven Weiterentwicklung und Stärkung der bestehenden Rohstoffpartnerschaften hat der BDI ein Diskussionspapier zum Thema "Recycling in Rohstoffpartnerschaften" erarbeitet.