Liquidität in Unternehmen sichern – ein Überblick

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Unternehmen und Betriebe sehen ihre Umsätze wegen der Coronavirus-Krise zurückgehen, während laufende Kosten gar nicht oder nur langsam gesenkt werden können. EU, Bund und Ländern arbeiten an vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft.

In Brüssel ist viel passiert, um die finanz-, wirtschafts- und gesundheitspolitische Koordinierung innerhalb der EU zu erhöhen. Unter anderem wurde verabredet, Unternehmen einen vereinfachten Zugang zu Liquiditätshilfen zu ermöglichen. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat diverse Entscheidungen getroffen, um das Bankensystem und die Finanzmärkte zu stabilisieren. Ein zentrales Vorhaben ist das „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP).

In Berlin hat die Bundesregierung Mitte März 2020 beschlossen, zinsfreie Steuerstundungen zu gewähren und auf Vollstreckungsmaßnahmen durch die Finanzämter zu verzichten, um den Druck auf Liquidität im Unternehmen zu senken. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, allerdings sind die Hürden noch zu hoch und die Anträge mit hohem Aufwand verbunden.

Beschlossen wurde auch, dass Kurzarbeitergeld zu flexibilisieren und dessen Voraussetzungen zu senken. Es kann bereits dann beantragt werden, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Ausfall betroffen sind.

Noch dazu will die Bundesregierung mit staatlichen Liquiditätshilfen – nach eigenen Angaben „ohne Obergrenze“ – vermeiden, dass Unternehmen in Schieflage geraten und zahlungsunfähig werden. 

Mitte März 2020 wurden mit dem „Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“ erste Schritte unternommen, um Programme etwa der KfW oder der Bürgschaftsbanken für Liquiditätshilfen auszuweiten, zu flexibilisieren und für mehr Unternehmen zugänglich zu machen.

Anfang April 2020 hat die Bundesregierung auf breite Kritik aus der Praxis reagiert und die beklagte „Mittelstandslücke“ im bisherigen Corona-Hilfsprogramm adressiert. Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen mehr als zehn Mitarbeiter und im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein Schnellkredit – ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch KfW oder Hausbank – gewährt werden können. Verwendet werden darf dieser Kredit nur für Betriebsausgaben oder Investitionen.

Für Kleinunternehmer mit bis zu zehn Beschäftigten besteht noch dazu seit Ende März ein Notfallfonds, um Finanzhilfen (nicht Kredite) in Höhe von 9.000 Euro bis zu 15.000 Euro zu ermöglichen.

Vor Zahlungsrisiken mit ausländischen Partnern sollen Exportgarantien (Hermes-Bürgschaften) schützen.

Auch die Bundesländer legen eigene Programme und Maßnahmen für Unternehmen auf, u.a. als Betriebsmittelkomponenten in Förderkrediten.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie informiert stets aktuell über etablierte Instrumente mit Blick auf kurzfristigen Finanzbedarf in Unternehmen. Nach aktuellem Stand sind konkrete Anträge auf Leistungen am besten über die Hausbank zu stellen.