Mexiko – bedeutender Standort für die deutsche Industrie

Agaven-Plantage, Jalisco, Mexico ©Fotolia

Dieses Jahr ist ein wichtiges Wahljahr in Mexiko. Insgesamt werden 500 nationale Abgeordnete, 15 Gouverneure und mehr als 1.000 lokale Abgeordnete gewählt. Die Kandidaten und die aktuelle Regierung haben einige Herausforderungen zu bewältigen in punkto Sicherheit, Bekämpfung der Drogenkriminalität, institutionale Schwächen sowie mangelnde Rechtsstaatlichkeit.

Mexikos Wirtschaft hatte schon vor der COVID-Pandemie an Fahrt verloren und verzeichnete im Jahr 2019 Einbußen in Höhe von 0,3 Prozent. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1.258 Mrd. US-Dollar ist Mexiko nach Brasilien die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und auf Platz 15 der größten Volkswirtschaften der Erde. Es belegt den 12. Platz in der Weltrangliste unter den Export- und Importländern. 

Mexiko ist ein wichtiger Wirtschaftspartner der deutschen Industrie in Lateinamerika. Und Deutschland ist Mexikos wichtigster Handelspartner in der EU. In den vergangenen Jahren ist der bilaterale Handel konstant gewachsen und Mexiko zum größten Exportmarkt der deutschen Industrie in der Region geworden.

Mit knapp 130 Millionen Einwohnern gehört Mexiko zu den am stärksten industrialisierten Ländern Lateinamerikas: Das Land hat sich in den letzten Jahren zum größten Automobilproduzenten der Region entwickelt und steht weltweit an siebter Stelle.

Neben Automobil setzt Mexiko auf die Industriezweige Elektro, Luft- und Raumfahrt sowie Öl- und Chemie. Wachstumsbranchen sind auch erneuerbare Energien, Maschinenbau und Gesundheitswirtschaft. Produktivitätssteigerungen in der verarbeitenden Industrie und relativ stabile Lohnkosten schaffen Rahmenbedingungen, die Mexiko für Investoren interessant machen.

Außerdem gehört das Land zu den weltweit offensten Märkten und ist über zahlreiche Freihandelsabkommen mit 45 Ländern eng verbunden – seit dem Jahr 2000 auch mit der Europäischen Union. Im Zuge der Modernisierung des EU-Mexiko-Globalabkommens wird praktisch der gesamte Warenhandel zwischen der EU und Mexiko zollfrei vonstattengehen. Darüber hinaus werden in dem Abkommen Regeln zur nachhaltigen Entwicklung festgelegt, dazu gehört auch die Umsetzung des Pariser Klimaschutzübereinkommens.

Auf Druck von US-Präsident Donald Trump wurde das NAFTA-Abkommen („North American Free Trade Agreement“) nachverhandelt, das über 20 Jahre die Freihandelszone in Nordamerika regelte. Ende 2018 einigten sich die USA, Mexiko und Kanada auf das Nachfolgeabkommen USMCA („United States Mexico Canada Agreement“), das für die deutsche Industrie in Mexiko ein Rückschritt gegenüber NAFTA darstellt:  Die Ursprungsregeln für den Automobilsektor werden strenger und komplexer, was Wertschöpfungsnetzwerke im gesamten NAFTA-Raum vor große Herausforderungen stellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden sich in den kommenden Jahren zeigen.

Das Potenzial, die Dynamik und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen Mexikos bieten insgesamt gute Standortbedingungen für deutsche Unternehmen. Gleichzeitig leisten Investitionen aus Deutschland einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes und sind so auch ein Schlüssel zum Wohlstand in Mexiko. Deshalb nimmt das Land auch seit vielen Jahren einen besonderen Stellenwert in der Länderarbeit des BDI ein. Mit dem BMZ-Projekt „Innovationspartnerschaft Deutschland-Mexiko/Pazifische Allianz“ von 2016 bis 2019 wurde die Zusammenarbeit weiter gefestigt. Ziel des Projekts war es, durch Know-how-Transfer und Erfahrungsaustausch nachhaltiges Unternehmertum und Wettbewerbsfähigkeit in Mexiko und den weiteren Ländern der Pazifischen Allianz zu stärken.