Nachrüstung: Software oder Hardware?

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Insgesamt erhalten rund 5,3 Millionen Dieselfahrzeuge ein Software-Update und sollen so um 25-30 Prozent geringere Emissionswerte erzielen. Durch die verpflichtende Software-Aktualisierung bei rund 2,46 Millionen VW-Fahrzeugen wurde die illegale Prüfstanderkennung durch eine zulassungskonforme Steuerung ersetzt.

Über die Hälfte von weiteren 2,8 Millionen Fahrzeugen bekommen kostenfrei und freiwillig durch die deutsche Automobilwirtschaft und Opel eine neue Software aufgespielt, damit das Thermofenster für die Abgasnachbehandlung auch auf Temperaturen von bspw. ab 10° C ausgedehnt wird. Details liegen nicht vor.

Bei der Hardware-Nachrüstung sollen durch Nachrüstung von SCR-Katalysatoren und Ad-Blue Tanks die Emissionen um rund 60 Prozent reduziert werden. SCR-Katalysatoren würden Unterflur angebracht, wo allerdings die Abgastemperatur wieder abkühlt, so dass zusätzlich eine Anheizung vonnöten ist, die wiederum den Spritverbrauch und damit die CO2 Werte um fünf Prozent ansteigen lässt. Bei Fahrzeugen der neuesten Generation ist die Motoranordnung neu geschaffen, so dass die Katalysatoren direkt in Motornähe sind.

In einem ADAC Testversuch wurden vier Fahrzeuge von verschiedenen Anbietern von Filtersystemen nachgerüstet, von denen zwei Probleme mit der Motorsteuerung haben. Angeblich sollen Steuerungsdaten der Hersteller dieses Problem lösen.

Für eine Hardware-Nachrüstung gibt es keine gesetzliche Grundlage und keine Schadensersatzpflicht der Hersteller, da die Fahrzeuge NEFZ-konform zugelassen wurden und auf dem Prüfstand ihre Grenzwerte einhalten. Kosten blieben bei den Haltern bzw. dem Bund.

Nachrüstsätze müssten – nach noch zu schaffenden gesetzlichen Bestimmungen - einem Genehmigungsverfahren unterzogen werden, da sonst die Betriebserlaubnis erlischt. Umfassende Testzyklen wären des Weiteren für die Zulassung erforderlich. Dieser Prozess kann ein bis zwei Jahre dauern.

Angesichts von 5,9 Millionen Euro 5 Dieselfahrzeugen und bei ein bis zwei Werkstatttagen pro Umrüstung (laut ADAC) wären die 37.470 Kfz-Werkstätten in Deutschland mindestens ein Jahr mit der Umrüstung (236 Werkstatttage/ Reparaturstand) beschäftigt. Insgesamt wäre mit einer Dauer von drei Jahren zu rechnen. In dieser Zeit würde sich die Gesamtimmissionssituation in den Innenstädten aber schon stark ändern.