Neue Anreize zu mehr Flexibilisierung des Energiemarktes

Energiemarkt Flexibilisierung - Nutzung Regelenergie

© Michael Grünspek

Der Bundestag hat im Juli seine Zustimmung zur Verordnung zu abschaltbaren Lasten gegeben. Mit dieser Regelung soll die Beschaffung und Nutzung von Regelenergie künftig stärker wettbewerblich ausgerichtet werden. Unternehmen, die über die entsprechenden technischen Potenziale verfügen, dürfen auch in Zukunft nicht durch eine verpflichtende Gesetzgebung benachteiligt werden. Vielmehr sollten vermehrt Anreize geschaffen werden. Erst recht dürfen Unternehmen, die nicht über die erforderlichen Potenziale verfügen, durch eine verpflichtende Gesetzgebung nicht diskriminiert werden.

Der BDI begrüßt, dass Unternehmen, die über das entsprechende Potenzial verfügen, Anreize haben, verstärkt zur Flexibilisierung des Energiemarktes beizutragen.

Verordnung zu abschaltbaren Lasten schafft Anreize für mehr Flexibilisierung des Energiemarktes

Der Bundestag hat am 7. Juli seine Zustimmung zu der Novellierung der Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten (AbLaV) gegeben.

Mit der Verordnung soll die Beschaffung und Nutzung von Regelenergie künftig stärker wettbewerblich ausgerichtet werden. Unter anderem soll die Bereitstellung der Abschaltleistung nunmehr wöchentlich von den Übertragungsnetzbetreibern ausgeschrieben werden. Bisher erfolgte die Ausschreibung von den Übertragungsnetzbetreibern nur monatlich. Es werden jeweils 750 MW an Sofort-Abschaltbaren-Lasten und 750 MW an Schnell-Abschaltbaren-Lasten ausgeschrieben. Die Bundesnetzagentur kann die auszuschreibende und gegebenenfalls zuzuschlagende Gesamtabschaltleistung erhöhen, wenn die Übertragungsnetzbetreiber entsprechenden Bedarf anmelden. Ab 1. Juli 2018 legt die Bundesnetzagentur – auf Basis eines Berichts der Übertragungsnetzbetreiber – grundsätzlich die Höhe der Ausschreibungsmenge fest. 

Der BDI ist der Auffassung, dass aufgrund der mit der Energiewende einhergehenden Anforderungen und Veränderungen eine Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch auf den Strommärkten und -netzen erforderlich ist.

Eine Flexibilisierung ist jedoch nur möglich, wenn abschaltbare Lasten überhaupt verfügbar sind. Anbieter von abschaltbaren Lasten sind Industrieverbraucher, die auf Anforderung des Betreibers des Übertragungsnetzes ihre Verbrauchsleistung um eine bestimmte Leistung reduzieren können. Sie erhalten von den Übertragungsnetzbetreibern ein Entgelt für die Bereitstellung und Aufnahme abschaltbarer Lasten. Die dadurch entstehenden Kosten fließen in die Netzentgelte ein, die die Stromverbraucher zu zahlen haben. 

Unternehmen, die über Potenziale verfügen, dürfen durch eine verpflichtende Gesetzgebung zur Flexibilisierung jedoch auch in Zukunft nicht benachteiligt werden. Vielmehr sollten vermehrt Anreize geschaffen werden. Erst recht dürfen Unternehmen, die nicht über die entsprechend erforderlichen Potenziale verfügen, durch eine verpflichtende Gesetzgebung nicht diskriminiert werden. 

Die Verordnung ist Mitte August in Kraft getreten. Die Verordnung finden Sie hier: Bundesgesetzblatt 2016, Teil I Nr. 41.

Ferner finden Sie im Anhang die BDI-Stellungnahme zum Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“. Bereits letztes Jahr hatte sich der BDI im Rahmen dieser Stellungnahme mit Fragen der Flexibilisierung beschäftigt (siehe hierzu u. a. zu Maßnahme 8, 10, 12).