Neue Wege der Zusammenarbeit: Brad Kilshaw von Google über Digital Collaboration

Videointerview mit Brad Kilshaw (in Englisch) © BDI

Deutschland verfügt über eine gesunde, dynamische Startup-Community, für die Digital Collaboration längst Normalität ist. Die Cloud, digitale Teams und Arbeiten wo und wann man will gehören dort zum Alltag. Welche Bedeutung die digitale Zusammenarbeit für die deutsche Wirtschaft hat, weiß auch Brad Kilshaw, Head of Cloud Ecosystem & Partnerships EMEA bei Google.

Vor rund einem Jahr startete Google mit E.ON eine Kooperation mit dem Ziel, „gemeinsam eine Plattform der Möglichkeiten zu schaffen“, wie Kilshaw im Interview mit dem BDI erzählt. Er ist davon überzeugt, dass „Deutschland auf einem guten Weg ist, die Innovation voranzutreiben“. Deutschland bietet dafür die besten Möglichkeiten, denn „viele Unternehmen haben hier ihre Hauptgeschäftsstellen oder investieren hier“. Der Mittelstand ist nach Ansicht Kilshaws dabei der „Treiber für die traditionellen Unternehmen. Insbesondere für die Transformation und dass die digitale Zusammenarbeit in den nächsten fünf bis zehn Jahren vorangetrieben wird“. Im Mittelstand kann man schneller handeln, muss weniger investieren, um viel zu erreichen. Die digitale Technologien werden im Mittelstand deshalb eher übernommen, als in großen Unternehmen. „Es ist eben einfacher, 50 Mitarbeiter zu migrieren, als 50.000“, resümiert Kilshaw.

Bei der „Digital Collaboration“ geht es aber nicht darum, das gesamte Unternehmen komplett neu aufzustellen. Die allumfassende Digitalisierung der Zusammenarbeit sowie der Kommunikation überfordert Firmen wie Mitarbeiter vielmehr sehr schnell. Das sieht auch Google so: „Ich denke, die Message muss sein: Digitale Collaboration bedeutet nicht, dass das gesamte Unternehmen direkt in die Cloud gehen muss – alle Mitarbeiter und alle Prozesse. Es muss vielmehr punktuelle Lösungen geben, die Daten analysieren, die vorher nicht zu analysieren waren. Das können wir in unserer sicheren Cloud ausprobieren und dadurch den Geschäftswert erhöhen.“

Getragen wird das ganze vom Netzwerk- bzw. Plattformgedanken, bei dem neue Tools und Systeme die digitale Zusammenarbeit vereinfachen. Google bietet solche Tools, die dabei helfen sollen, „die Technologie in vielen verschiedenen Bereichen besser anzunehmen“, so Kilshaw. Für ihn ist klar: „Wir wollen die Partnerschaft mit Deutschland.“ Denn für Kilshaw bietet „Deutschland tolle Arbeitskräfte, die offen, kollaborativ und gut ausgebildet sind. Deutschland führt die Industrie weltweit von der Produktion bis zum Export an. Es gibt tolle Firmenkunden, die über den Atlantik arbeiten und kollaborativ aufgestellt sind. Und es gibt darüberhinaus diese lebendige Startup-Community.“ Für Brad Kilshaw ist Deutschland deshalb ein guter Ausgangspunkt für eine Partnerschaft, die sich durch Offenheit, Vertrauen und Zusammenarbeit auszeichnet. Und die beiden Partnern vor allem eines bringt: Vorsprung gegenüber der Konkurrenz als Resultat einer neuen, digitalen Organisations- und Kommunikationsstruktur.