Paket zur Kreislaufwirtschaft

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft trägt zur langfristigen Verfügbarkeit von Rohstoffen und damit zur industriellen Wertschöpfung bei. Abfallverwertung, Ressourceneffizienz und die Nutzung von Rohstoffen aus primären und weiteren Quellen müssen besser verzahnt werden.

Worum geht es?

Die Europäische Kommission hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, mit dem sie das Konzept der Kreislaufwirtschaft stärken will. Neben der Vermeidung bzw. besseren Verwertung von Abfällen sollen Rohstoffe effizienter genutzt, das Recycling von Produkten verbessert sowie die Vermarktung von Sekundärrohstoffen gesteigert werden. Hierzu kündigt die Europäische Kommission eine Reihe von Initiativen an.

Prioritäten der deutschen Wirtschaft

Die deutsche Industrie unterstützt die Kreislaufwirtschaft. Sie kann auf der Grundlage einer Lebenszyklusbetrachtung zur nachhaltigen und sicheren Rohstoff versorgung beitragen. Industrieunternehmen selbst haben in vielen Bereichen den Rohstoff einsatz optimiert. Eine gute Kreislaufwirtschaftspolitik benötigt Augenmaß, damit die Industrie global wettbewerbsfähig bleibt und durch ihre Produkte Ressourceneffizienz und Umweltschutz voranbringen kann.

Die Industrie setzt sich für eine sichere, bezahlbare, effiziente wie hochwertige Abfallentsorgung ein. Bei der Überarbeitung des europäischen Abfallrechts ist es notwendig, dass die einheitliche Umsetzung und Anwendung bestehenden Rechts in den EU-Mitgliedstaaten Priorität hat.

Bei der Entwicklung der Kreislaufwirtschaft sind die folgenden Aspekte von Bedeutung:

  • Umweltschutz durch Nutzung der besten verfügbaren Technologien und Infrastrukturen
  • Kosteneffizienz durch moderne und bezahlbare Standards 
  • Versorgungssicherheit durch Nutzung heimischer Rohstoffe sowie der stofflichen und energetischen Abfallverwertung
  • Neue Geschäftsfelder durch Innovationsförderung und geeignete Rahmenbedingungen
  • Verlässliche und gleiche Rahmenbedingungen durch Implementierung und konsequenten Vollzug des Umweltrechts in allen EU-Mitgliedstaaten

Steigerung der Rohstoffproduktivität in Deutschland

1994 = 100

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2014

Die Rohstoffproduktivität (Direct Material Input/BIP) nahm in Deutschland zwischen 1994 und 2013 um über 47 % zu. Dies geht maßgeblich auf das Engagement der Unternehmen zurück. Die Bundesregierung strebt eine Verbesserung um 100 % bis 2020 an. Die EU-Pläne zur Kreislaufwirtschaft können einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten.