Potenziale der Zuwanderung nutzen

Deutschland braucht angesichts der demografischen Entwicklung mit einer schrumpfenden und alternden Erwerbsbevölkerung eine umfassende Strategie zur Fachkräftesicherung. Neben der weiteren Mobilisierung des heimischen Arbeitskräftepotenzials und weiteren Anstrengungen im Bereich Bildung, Aus- und Weiterbildung gehört zu einer solchen Gesamtstrategie auch, die Möglichkeiten einer gesteuerten arbeitsmarktorientierten Zuwanderung zu nutzen.

Daran ändert auch der aktuell hohe Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland nichts. Denn die notwendige – menschenwürdige – Aufnahme, Unterbringung und Integration der Flüchtlinge ist Ausfluss des grundrechtlich geschützten Asylrechts und der Genfer Flüchtlingskonvention. Sie ist jedoch kein Ersatz für eine gesteuerte Erwerbsmigration als Antwort auf den Fachkräftebedarf deutscher Unternehmen.

Die Politik hat mit Blick auf das Zuwanderungsrecht in den vergangenen Jahren bereits einige richtige Schritte unternommen. Notwendig ist daher in erster Linie eine Weiterentwicklung des bestehenden Rechts. Es muss transparenter, übersichtlicher und verständlicher gefasst werden. Auch seine Umsetzung muss verbessert werden. So sollte z. B. die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden optimiert werden. Darüber hinaus sollten Möglichkeiten der Potenzialzuwanderung für qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten ausgebaut und legale Zuwanderungsmöglichkeiten im Ausland bekannter gemacht werden.