Saudi Arabiens „Vision 2030“

Bauarbeiten im King Abdullah Financial District in Riad © SAGIA

Das Königreich Saudi-Arabien befindet sich inmitten eines wirtschaftlichen Wandels. Der Einbruch des weltweiten Ölpreises hat die Wirtschaft und den Regierungshaushalt der größten Volkswirtschaft des Mittleren Ostens vor große Herausforderungen gestellt. Kronprinz Mohammed bin Salman Al Saud stellt der bisherigen Fokussierung auf die Öl- und Erdgasindustrie die Ausweitung auf andere Wirtschaftssektoren gegenüber.

Das Königreich Saudi-Arabien strebt die Transformation seines Gesundheitssystems an. Mit „Vision 2030“ hat der Kronprinz ein umfangreiches Reformsystem aufgestellt. Mit etwa 72 Milliarden US-Dollar sollen die knapp 350 Ziele in verschiedenen Sektoren erreicht werden, die das Königreich in eine moderne und vor allem zukunftsfähige Wirtschaft umwandeln sollen. Binnen drei Jahren sollen 450.000 Arbeitsplätze entstehen, der öffentliche Sektor abgespeckt sowie die Wirtschaft diversifiziert werden um die Abhängigkeit von den natürlichen Ressourcen zu reduzieren. Darüber hinaus soll die „Vision 2030“ auch ein Schritt sein, das Land den internationalen Märkten stärker zu öffnen, umso die Vorteile des Handels auszuschöpfen.

Neben Bildung, Energie, Transport und Handel sind auch tiefgreifende Reformen im Gesundheitssystem geplant. Zunächst soll der Anteil des Privatsektors im Gesundheitssystem in den nächsten fünf Jahren von 25 auf 35 Prozent erhöht werden, eine „Medical City“ – einer der großen Krankenhauskomplexe – soll privatisiert, und Krankenversicherungen für die Bürger des Königreichs umstrukturiert werden. All dies findet vor dem Hintergrund einer beständig wachsenden Bevölkerung sowie großen Herausforderungen für das Gesundheitssystem wie schweres Übergewicht, Diabetes, und Zigarettenkonsum statt.

Die Herausforderungen für das Land und dessen Bevölkerung, sind beträchtlich. Dennoch bietet diese Transformation auch viele Chancen. Die Entwicklung des Gesundheitssektors und der Gesundheitswirtschaft kann zur Schaffung vieler neuer hochqualifizierter Arbeitsplätze beitragen, die gesundheitliche und medizinische Versorgung und Forschung vorantreiben, sowie durch intensivierte Handelsbeziehungen die notwendige Expertise importieren und somit neue Märkte erschließen.

Auch für die deutsche Gesundheitswirtschaft zeigen sich hier viele Möglichkeiten. Hersteller von Medizinprodukten, Medizintechnik, Architekten, pharmazeutische Unternehmen, Krankenversicherungen und zahlreiche weitere haben durch die „Vision 2030“ eine einmalige Chance, an der Transformation eines nationalen Gesundheitssystems mitzuwirken und sich auf diesem Markt zu platzieren.