Schwaches Produktivitätswachstum setzt zukünftigen Wohlstand unter Druck

Forschung und Entwicklung sind wesentliche Treiber der Arbeitsproduktivität. © Fotolia/Ehrenberg-Bilder

Der Anstieg der Arbeitsproduktivität (Bruttowertschöpfung pro Arbeitsstunde) liegt seit der Jahrtausendwende nur mehr unter einem Prozent. Die demografischen Entwicklungen und der Rückgang der Erwerbstätigen verschärfen diesen Trend. Mittel- bis langfristig drohen sinkende Realeinkommen. Der BDI schlägt in einem neuen Industriepolitik Dossier eine umfangreiche Agenda zur Stärkung der Produktivität in Deutschland vor.

Schwarze Null durch schwache Produktivitätsentwicklung bedroht

Aktuell stellen sich die öffentlichen Finanzen mit einem Budgetüberschuss erfreulich dar. Mittel- bis langfristig setzen die demografischen Entwicklungen den öffentlichen Haushalt unter massiven Druck. Bis 2060 dürfte die Bevölkerung in Deutschland von rund 80 auf 70 Millionen Menschen zurückgehen. Der Anteil der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter würde von aktuell 65 auf 50 Prozent schrumpfen. Die demografieabhängigen Ausgaben der öffentlichen Hand würden von rund 25 auf über 30 Prozent steigen.

Niedrige Investitionen führen weltweit zu niedrigem Produktivitätswachstum

In allen entwickelten Ländern ist das Wachstum der Arbeitsproduktivität in den letzten Jahrzehnten gesunken. Sowohl die schwächelnde Investitionstätigkeit als auch Defizite in der Innovations- und Strukturpolitik sind dafür verantwortlich. Jene Länder mit hohen Forschungs- und Entwicklungsquoten stehen im Schnitt besser dar. Die Industrie weist höhere Zuwächse der Produktivität als der Dienstleistungssektor auf. Es zeigt sich zudem, dass in allen Branchen einige Firmen an der technologischen Front ein hohes Produktivitätswachstum aufweisen. Die meisten Unternehmen im Mittelfeld können jedoch nicht aufschließen.

Wirtschaftspolitik kann erfolgreich gegensteuern

Der BDI legt eine Fülle von Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität vor:

  • Steigerung der Investitionen, insbesondere im digitalen Bereich
  • Förderung von Forschung, Entwicklung und Bildung
  • Flexible Produkt- und Arbeitsmärkte
  • Intensivierung des internationalen Handels

Der gesamte Forderungskatalog und die Analyse sind dem Industriepolitik Dossier zu entnehmen.