Stand des Netzausbaus: Nur 35 Prozent realisiert

Der Stromnetzausbau kommt weiterhin nur schleppend voran. Bei den vordringlich zu realisierenden Stromleitungen sind bisher knapp die Hälfte genehmigt. Realisiert wurden bisher sogar nur rund 35 Prozent – das entspricht 650 km. Ohne einen zügigen Ausbau der Stromnetze wird auch die Energiewende nicht gelingen.

Das Bundeskabinett hat im Herbst den Bericht zum Stand des Netzausbaus nach dem Energieleitungsausbaugesetz verabschiedet. Der Bericht wird alle zwei Jahre dem Deutschen Bundestag vorgelegt. Neben der aktuellen Diskrepanz zwischen Planung, Genehmigung und Realisierung ist auch bis Ende des kommenden Jahres laut Übertragungsbetreiber nur mit einer Fertigstellung von rund 45 Prozent der geplanten Leitungskilometer zu rechnen. Bis 2025 sollen alle Vorhaben in Betrieb gehen.

Der Bericht zeigt, dass die Zahl der genehmigten Leitungen nach dem Energieleitungsausbaugesetz gestiegen ist. Jedoch ist nicht nur im Vergleich zur ursprünglichen Planung, sondern auch zum Stand im letzten Bericht im vergangenen Jahr, nochmals eine deutliche Verzögerung hinsichtlich der geplanten Inbetriebnahme festzustellen.

Der Ausbau der Übertragungsnetze kommt weiterhin nur schleppend voran – und dies trotz der nunmehr vorgeschriebenen Pflicht zur Erdverkabelung. Eine Synchronisation zwischen dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Ausbau der Netze ist deshalb weiterhin dringend erforderlich.